Letter from Munich – 027

Letter from Munich – the Joseph Affair – 27

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN.

13 July 2001

Dear Mr. Graf, dear friends,

“The murder of the boy Joseph,” said Angelique, “and all the attempts to suppress the evidence and protect the guilty, are not only symbols of what is happening in Germany today – and what is wrong with Germany today. They are examples of the kind of corruption that is found everywhere in the country, the corruption that is eating away at the heart of Germany, the corruption that is undermining Europe itself.”

“And no one is doing anything about it,” Peter remarked.

Michaela laughed. “And no one can understand why there’s no confidence in the Euro,” she said. “Who could trust a currency issued by a group of countries so rotten to the core?”

“Oh please,” said Heinrich. “Stop exaggerating.”

“Exaggerating?” said Angelique. “Exaggerating? Did you read ‘Die Zeit’ last week, with their reports about the way every single district attorney in Germany has refused to seriously investigate Helmut Kohl and the slush fund scandal; the way every single German district attorney has refused to investigate the destruction of all the files in Kohl’s office that were related to the sale of the Leuna refinery; the way files concerning the Leuna bribery allegations sent by Swiss district attorneys to Germany have simply been ignored?”

“So can anyone expect any German district attorney to worry about the murder of a little boy like Joseph,” said Michaela, “when no district attorney in the whole country is willing to concern himself with some of the greatest constitutional crimes committed in Germany since the war?”

Angelique sighed. “In Monday’s Sueddeutsche Zeitung – one of Germany’s most respected newspapers – Herbert Prantl wrote about the ‘slow poisoning of the social and political life of the nation.’ He went on to ask, ‘Isn’t the bribery of ministers and state secretaries a clear case of coercive influence on constitutional structures? Doesn’t this sort of bribery belong to the class of crimes that endanger the very foundations of a state based on the rule of law?’”

There was silence for a moment, and then Michaela said, “I can only repeat: who in God’s name would have any confidence at all in a currency backed by such a government? Is it really any surprise what’s happening to the Euro, when everyone, all over the world, knows about the corruption in Germany and the attempts by the authorities to ignore this corruption and to hide it? Who would want to hold the Euro, when the most important European country is sinking into such a swamp? Everyone knows that none of this corruption ever can or will be investigated, because German Interior Minister Schily and others are afraid of what would be found in files the Stasi collected on them, if they allowed Helmut Kohl’s Stasi files to be opened or if any serious attempt were made to clean up the corruption.”

Heinrich was furious. He glared at me. “If you put any of this in one of your damned letters,” he said. “We’ll get you. Stoiber will get you. Biedenkopf will get you. You’ll be fired from you job and out of Germany so fast that your head will swim.”

Of course he was only kidding. I may not be very bright, but I’m sure none of this talk about corruption in Germany can be taken seriously. It’s all exaggeration and lies that are being spread by those who want to damage Germany’s reputation.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

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Since many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s own translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Bitte vergessen Sie nicht, dass der Autor dieses Briefes Autodidakt ist, was die deutsche Sprache betrifft, und er weiß, dass die folgende Übersetzung viele Fehler enthält. Er hofft aber, man werde diese Fehler übersehen, um hinter den Fehlern das sehen zu können, was in diesem Schreiben und in dieser Affäre von zentraler Bedeutung ist.

München, den 13. Juli 2001

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

„Der Mord an dem Kind Joseph“, sagte Angelique, „und alle Versuche, Beweismittel für unzulassig zu erklären oder den wirklichen Sachverhalt zu verheimlichen oder entscheidende Tatsachen zu unterschlagen, um die, die des Mordes schuldig sind, vor der Justiz zu schützen – all das ist nicht nur ein Symbol davon, was heute in Deutschland schiefgeht. Es ist auch ein Beispiel der Art Korruption, die man überall in diesem Land finden kann. Diese Korruption ist es, die Deutschland das Herz zerfrisst, die Europa selbst unterminiert“.

„Und niemand unternimmt etwas dagegen“, bemerkte Peter.

Michaela lachte. „Und niemand versteht, warum es kein Vertrauen zu dem Euro gibt“, sagte sie. „Wer könnte zu einer Währung Vertrauen haben, die durch Ländern herausgebracht wird, die bis ins Mark verdorben sind?“

„Bitte“, sagte Heinrich, „übertreiben Sie nicht“.

„Übertreiben?“ sagte Angelique. „Übertreiben? Hast Du letzte Woche ‚Die Zeit’ gelesen, worin es einen Bericht darüber steht, wie alle Staatsanwälte in Deutschland, ohne Ausnahme, verweigert haben, Helmut Kohl und den Spendenskandal und die Aktenvernichtung in Kohls Kanzleramt zu untersuchen. All diese Akten hatten etwas mit dem Verkauf der Leuna-Raffinerie zu tun, und sie wurden vernichtet, genauso wie man den Beweis der Bestechung seitens deutscher Regierungskreise, der von schweizerischen Staatsanwälten Deutschland zugeschickt wurde, einfach, einfach -“ Sie zögerte.

„Einfach vernichtete?“ fragte Heinrich.

„Nein“, erwiderte Angelique, „einfach ignorierte“.

„Wenn es keinen einzigen Staatsanwalt in dem ganzen Land gibt“, sagte Michaela, „der bereit ist, sich mit den größten Verbrechen gegen die Verfassung, die seit dem Zweiten Weltkriet begangen wurden, wie wäre es möglich, dass ein deutscher Staatsanwalt sich um den Mord an einem kleinen Kind, wie Joseph es war, wirklich kümmern wird?“

Angelique seufzte. „Am Montag in der Süddeutschen Zeitung schreib Heribert Prantl von der ‚schleichenden Vergiftung des Gemeinwesens durch Unterlassen. . . .’ Er fragte, ‚Ist denn die Bestechung von Ministern und Staatssekretären nicht ein Fall der Nötigung von Verfassungsorganen? Gehört solche Bestechlichkeit nicht zu Delikten, die den Rechtsstaat gefährden?’“

Es herrschte einen Augenblick Schweigen, und dann sagte Michaela, „Ich kann es nur wiederholen: Um Gottes willen, wer würde Vertrauen zu einer Währung haben, die durch so eine Regierung unterstütz wird. Ist das wirklich eine Überraschung, was dem Euro passiert, wenn alle, überall auf der Welt, wissen darüber Bescheid, dass es so viel Korruption in Deutschland gibt und so viele Versuche seitens der Behörden diese Korruption zu ignorieren und sie zu verstecken? Wer würde das Geld der EU haben wollen, wenn das wichtigste Land Europas in so einen Sumpf sinkt? Alle wissen, diese Korruption weder kann noch wird untersucht werden, weil Innenminister Schily und andere Leute Angst davor haben, was man in ihren Stasi-Akten finden wird, wenn man es erlaubt, dass die Stasi-Akten von Helmut Kohl geöffnet werden würden oder dass man wirklich versuchen würde, mit der Korruption aufzuräumen“.

Heinrich war wütend. Er starrte mich an. „Wenn Du über diese Sachen in Deinen verdammten Briefen schreibst“, sagte er, „wirst Du das mir bußen. Und nicht nur mir sondern auch Stoiber und Biedenkopf. Du wirst gefeuert und aus Deutschland so schnell ausgewiesen werdem, dass es Dir ganz schwummrig sein wird. Verstehst Du?“

Natürlich war das doch nicht sein Ernst. Vielleicht bin ich nicht so intelligent, aber ich bin sicher, dass man nicht all diese Rederei über Korruption in Deutschland ernst nehmen kann. Das sind nur Übertreibung und Lüge, die von denen verbreitet werden, die Deutschlands guten Ruf schädigen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

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