Letter from Munich – 075

Letter from Munich – the Joseph Affair – 75

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN.

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14 June 2002

Dear Mr. Graf, dear friends,

Last week Francesca read to us a portion of the transcript of another judicial interrogation in the matter of the investigation into the death of the child Joseph Abdulla. The witness was a young boy from Sebnitz, Daniel Steiner. The transcript has the Dresden district court file number 270 Gs 3141/00 414 Js 53329/00; the interrogation was carried out on 21 November 2000, at ten o’clock in the morning.

Francesca said to us, “In this part of the transcript, a few of the witness’ answers appear somewhat garbled. I’ll read everything from the transcript, though, exactly as it’s written. I think that what appears to be garbling has something to do with the state of mind of the young witness at the time of the questioning.” Then she continued with the reading from where she ended last week:

In response to a question: “I had told my mother that a boy was killed. At that moment, when I came from the swimming pool, I still just couldn’t really comprehend it.”

In response to a question from the district attorney about whether he could still describe where Maik Hauke was at the time Sandro Richter was on top of (Joseph) Abdulla in the the pool: “I know, one hundred percent, that one of the two had jumped on Joseph.”

In response to a question about whether it was one time or several times: “He was jumped on several times.”

In response to a question from the district attorney about where the witness was at that moment: “On the lawn.”

(The witness was asked to make a sketch of the swimming pool.)

In response to a question from the district attorney about whether the witness could say how much time passed from the moment Joseph was first grabbed until he was thrown into the deep water: “About a quarter of an hour.”

In response to a question about where Ute Schneider was standing: “She was standing at the kiosk. She wasn’t part of it when Joseph was thrown in the water.”

In response to a question: “I saw the three only when they were together. The other people from the extreme-right scene came in the afternoon. When everything with Joseph had already happened.”

In response to a question about whether they had bought Waldmeister lemonade for Ute Schneider, about whether he had precise knowledge of that: “No, that’s what people suppose. They bought a paper cup with something in it.

Ronny Kunte is a friend of mine. He was lying next to me and pulled a stun gun out of his pocket and showed it to us and then put it back in his pocket.”

In response to a question about whether he gave the stun gun to Maik Hauke: “I didn’t see that.”

In response to a follow-up question regarding page 282 (of other testimony): “Ronny Kunte, I don’t know about it from him. Ronny Kunte gave the stun gun to Maik Hauke, and he stuck it in Abdullah’s (i.e., Joseph’s) stomach area. Kai Bleschke, Maik Heimann, they were standing then just at the edge of the deep pool and they laughed when he was thrown in, and also afterward.”

In response to a question about being held under water: “I didn’t see that Ronny Kunte, Kai Bleschke and Rene Grossmann held Joseph under the water so that he couldn’t come up. I learned that from my friend Ronny Kunte.”

In response to a question about whether he had said it in that way: “Emphasized it exactly in that way.”

In response to a question about whether he had seen the others in the water: “No. I don’t want to protect them now.”

In response to a question about why he didn’t say that to the lawyer (in Munich): “Exactly, because I didn’t think Kunte was capable of doing that.”

In response to a follow-up question concerning what the witness had said about Maik Hauke and Sandro Richter jumping on Joseph when Sandro Richter was wearing combat boots and a bathing suit: “He jumped into the water without the combat boots.”

In response to a question about whether it was only one of them or both: “It was both.”

In response to a question about why he didn’t want to remember now: “Those guys are strange somehow. Maik Hauke has more connections somehow and that’s why I’m more afraid of him.”

Continued next week.

“So again and again you find this idea of fear of the extreme right,” Francesca said to us.

I said once again that I just couldn’t believe that such things could happen in country like Germany, where the state is base on the rule of law.

Francesca laughed.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-M… Saad and Renate Kantelberg-Abdulla:  majoskantelberg at t-online.de

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Since many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s own translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Bitte vergessen Sie nicht, dass der Autor dieses Briefes Autodidakt ist, was die deutsche Sprache betrifft, und er weiß, dass, wenn es um eine Übersetzung aus der deutschen Sprache ins Englische geht, viele Fehler hervortreten müssen. Er hofft aber, man werde diese Fehler übersehen, um hinter den Fehlern das sehen zu können, was in diesem Schreiben und in dieser Affäre von zentraler Bedeutung ist.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://www.joseph_affair.blogspot.com

München, den 14. Juni 2002

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Francesca hat letzte Woche einen Teil eines Protokolls uns vorzulesen. Es war das Protokoll noch einer richterlichen Zeugenvernehmung in der Todesermittlugnssache des Kindes Joseph Abdulla, Geschäftszeichen des Amtsgerichts Dresden: 270 Gs 3141/00 414 Js 53329/00, am 21.11.2000 um 10.00 Uhr durchgeführt.

Francesca sagte uns, „In diesem Teil des Protokolls scheinen ein paar Antworten des Zeugen etwas verstümmelt zu sein. Ich werde aber alles aus dem Protokoll vorlesen, genauso wie es darin steht. Ich glaube, dass das, was Verstümmelung zu sein scheint, hat etwas mit dem damaligen Geisteszustand des jungen Zeugen während Vernehmung.“ Dann fuhr sie mit dem Vorlesen fort, wo sie letzte Woche aufgehört hat:

Auf Frage: Ich hatte meiner Mutter gesagt, dass ein Junge umgebracht wurde. Ich konnte das zu diesem Moment, als ich aus dem Schwimmbad kam, noch gar nicht so richtig fassen.

Auf Frage StA, ob er es nicht mehr zuordnen kann, wo der Maik Hauke zu dem Moment war, als der Sandro Richter auf dem Abdulla im Becken war: Ich weiß, dass einer von dem zweien hundertprozentig auf den Joseph draufgesprungen ist.

Auf Frage, ob einmal oder mehrmals: Mehrmals auf ihn gesprungen.

Auf Frage StA, wo sich der Zeuge aufgehalten hat zu diesem Moment: Auf der Wiese.

(Der Zeuge wird gebeten, eine Skizze des Schwimmbades anzufertigen.)

Auf Frage StA, ob der Zeuge den Ablauf zeitlich einordnen kann, von dem ersten Zugriff, bis der Joseph ins tiefe Wasser geworfen wurde: Ca. eine viertel Stunde.

Auf Frage, wo die Ute Schneider stand: Die stand an dem Kiosk. Die hat sich daran nicht beteiligt, wo der Joseph ins Wasser geworfen wurde.

Auf Frage: Ich habe die drei immer nur zu dritt gesehen. Die anderen Leute von der rechten Szene kamen dann, dem Nachmittag zu. Als das mit dem Joseph schon passiert war.

Auf Frage, dass die Ute Schneider Waldmeister Limonade gekauft hätten, ob er das genau erkannt hat: Nein, das ist eine Vermutung. Sie kauften einen Pappbecher mit was drin.

Der Ronny Kunte ist ein Freund von mir. Der lag bei mir mit am Platz und da hat der Ronny Kunte einen Stromschocker aus seiner Tasche geholt und hat ihn uns gezeigt und dann hat er ihn wieder eingesteckt.

Auf Frage, ob er den dem Maik Hauke gegeben hat: Das habe ich nicht gesehen.

Auf Vorhalt Blatt 282: Der Ronny Kunte von dem kenne ich das nicht. Ronny Kunte hat dem Maik Hauke den Elektroschocker gegeben, der hat den bei dem Abdulla in Magengegend gestoßen. Der Kai Bleschke, Maik Heimann, die standen dann eben am Beckenrand des tiefen Beckens und haben gelacht, als er reingeschmissen wurde und auch danach.

Auf Frage, was mit dem Unterwasser Festhalten war: Ich habe nicht gesehen, dass Ronny Kunte, Kai Bleschke und Rene Großmann den Joseph unter Wasser festgehalten haben, damit er nicht hochkommt, das habe ich vielmehr von Ronny Kunte, der mein Freund ist, erfahren.

Auf Frage, ob er das so gesagt hat: Eben so betont.

Auf Frage, ob er gesehen hat, dass die anderen im Wasser waren: Nein. Ich will die jetzt nicht schützen.

Auf Frage, warum er das vor dem Anwalt gesagt hat: Na eben, weil ich das dem Kunte nicht zutraue.

Auf Vorhalt, dass der Zeuge ausgesagt hatte, dass der Maik Hauke and der Sandro Richter auf den Joseph gesprungen sind, wobei der Sandro Richter Springerstiefel und eine Badehose an hatte: Ohne Springerstiefel ist er in das Wasser gesprungen.

Auf Frage, ob es nur einer war oder beide: Es waren beide.

Auf Frage, warum er sich jetzt nicht erinnern wollte: Das sind irgendwie komische Kunden. Maik Hauke hat irgendwie mehr Beziehungen und deswegen habe ich vor dem mehr Angst.

Fortsetzung nächste Woche.

„Also immer wieder findest du dieses Thema, Angst vor den Rechten,“ bemerkte uns Francesca.

Ich sagte noch einmal, ich könne einfach nicht glauben, dass so etwas in einem Rechtsstaat wie Deutschland passieren könnte.

Francesca lachte.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-M… an Herrn und Frau Dr. Kantelberg-Abdulla:  majoskantelberg at t-online.de

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