Letter from Munich – 083

Letter from Munich – the Joseph Affair – 83

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN.

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9 August 2002

Dear Mr. Graf, dear friends,

Helmut said he wanted to read to us the transcript of the interrogation of Daniel Steiner’s mother by the Dresden police on 2 December 2000.

“The transcript,” said Helmut, “begins as follows:”

Frau Steiner was told of the purpose of the questioning. She was informed in detail about her rights and duties, especially with regard to her right to be silent according to paragraph 55 StPO of the legal code. Frau Steiner is in principle prepared to answer questions; in response to questions where she incriminates her son, she will remain silent.

“I find that remark fascinating,” said Helmut. “‘where she incriminates her son.’ Not even, ‘where she might incriminate her son.’ If I were Frau Steiner, I don’t know what could intimidate me more than such a remark. How could she incriminate her son at all? What could her son have done that he hadn’t done, on the day Joseph was murdered? Her son was also a child and he and his friend were the only people there who retrieved Joseph’s body from the bottom of the swimming pool. From the very beginning of this questioning of Frau Steiner we know which side the police are on. In any case, one should perhaps remember that this interrogation took place at the beginning of December 2000, obviously after the political decision was made not to thoroughly investigate Joseph’s death but instead to indict the parents for ‘spreading false suspicions.’ The transcript continues:”

QUESTION: You made a sworn statement on 13 February 2000 in the house of the Kantelberg-Abdullas. On the same day, again in the house of the Kantelberg-Abdullas, your son Daniel made a sworn statement about the occurrence at the Dr. Petzold Pool in Sebnitz on 13 June 1997. Can you still remember this sworn statement?

“Notice,” said Helmut, “they’re no longer speaking of Joseph’s murder or even of his death, but rather of an ‘occurrence at the pool’.”

ANSWER: I’d like to say that this sworn statement, which is here in front of me, wasn’t made in the pharmacy (of the Kantelberg-Abdullas) but rather in our own home. The Kantelberg-Abdullas came to see us in Hergtigswalder Strasse 22 for that reason. They brought a lot of files with them and read these files to us. After that she put a slip of paper in front of me that she had obviously prepared earlier. Then I signed that slip of paper. I did read through the slip of paper, but not really properly. What was actually on the slip of paper, I didn’t really understand it properly. I personally signed it, though.

“I received this transcript from the Kantelberg-Abdullas,” said Helmut, “and they made a note next to the paragraph I just read, to indicate that they dispute that everything happened with the ‘slip of paper’ in the way Frau Steiner says it did. The police, however, were apparently satisfied with what Frau Steiner said, because they no longer asked her about her sworn statement, or about what happened on the day Joseph died and her son Daniel returned home from the swimming pool. The next question the police asked was:”

QUESTION: What’s your background?

“I just can’t believe,” I said to Helmut, “that something like that could happen in a country like Germany, a country based on the rule of law. Why do you want to give the police a bad name in this way?”

He looked at me as if I were the most stupid and naïve person in the world. “The transcript shows she was all alone during this interrogation,” he replied. “Frau Steiner was completely alone. No lawyer, no friend, no family member was with her. She was all alone with the police officers. What kind of a ‘country based on the rule of law’ is that?”

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-M… Saad and Renate Kantelberg-Abdulla:  majoskantelberg at t-online.de

We… href=”http://www.joseph_affair.blogspot.com” title=”http://www.joseph_affair.blogspot.com” target=”_blank”>http://www.joseph_affair.blogspot.com

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Since many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s own translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Bitte vergessen Sie nicht, dass der Autor dieses Briefes Autodidakt ist, was die deutsche Sprache betrifft, und er weiß, dass, wenn es um eine Übersetzung aus der deutschen Sprache ins Englische geht, viele Fehler hervortreten müssen. Er hofft aber, man werde diese Fehler übersehen, um hinter den Fehlern das sehen zu können, was in diesem Schreiben und in dieser Affäre von zentraler Bedeutung ist.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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München, den 9. August 2002

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Helmut sagte uns, er wolle das Protokoll der Vernehmung der Mutter von Daniel Steiner durch die Kriminalpolizeiinspektion des Polizeipräsidiums Dresden am 2. Dezember 2000 vorlesen.

„Das Protokoll,“ sagte Helmut, „beginnt wie folgt:“

Frau Steiner wurde mit dem Gegenstand der Vernehmung vertraut gemacht. Sie wurde ausführlich über ihre Rechte und Pflichten, insbesondere über das Auskunftsverweigerungsrecht nach dem Paragraph 55 StPO, belehrt. Frau Steiner ist grundsätzlich bereit Fragen zu beantworten, auf Fragen, wo sie ihren Sohn belastet, wird sie die Auskunft verweigern.

„Diese Bemerkung,“ sagte Helmut, „finde ich faszinierend: ‚wo sie ihren Sohn belastet.’ Nicht sogar, ‚wo sie ihren Sohn belasten könnte.’ Wenn ich Frau Steiner wäre, weiß ich nicht, was mich stärker einschüchtern könnte, als eine solche Bemerkung. Wie könnte sie überhaupt ihren Sohn belasten? Was hätte ihr Sohn tun können, am Tag von Josephs Mord, das er nicht getan hatte? Der Sohn war auch ein Kind und er und sein Freund waren die einzigen Menschem am Ort, die Josephs Leiche vom Boden des Schwimmbeckens geholt haben. Vom Anfang dieser Vernehumung von Frau Steiner an wissen wir, auf welcher Seite die Kriminalpolizei steht. Auf jeden Fall, sollte man sich vielleicht daran erinnern, dass diese Vernehmung am Anfang Dezember 2000 stattfand, nachdem die politische Entscheidung offenkundig gemacht wurde, Josephs Mord nicht gründlich zu untersuchen und statt dessen, seine Eltern ‚der Verbreitung falscher Verdächtigungen’ zu zeihen. Das Protokoll geht weiter:“

FRAGE: Sie haben am 13.02.2000 im Haus der Familie Kantelberg-Abdulla eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Am gleichen Tag hat Ihr Sohn Daniel Steiner, ebenfalls im Haus der Familie Kantelberg-Abdulla eine eidesstattliche Versicherung abgegeben zum Badeereignis vom 13.06.1997 im Dr. Petzold-Bad in Sebnitz. Können Sie sich an diese eidesstattliche Versicherung noch erinnern?

„Bitte bemerken Sie,“ sagte uns Helmut, „man spricht nicht mehr von Josephs Mord oder sogar von seinem Tod, sondern von einem ‚Badeereignis’.“

ANTWORT: Ich möchte dazu sagen, dass diese eidesstattliche Versicherung, die hier auch vorliegen, nicht in der Apotheke gemacht worden, sondern bei uns zu Hause. Dazu hat uns die Familie Kantelberg-Abdulla in der Hertigswalder Straße 22 aufgesucht. Sie brachte eine Menge Akten mit und hat uns aus diesen Akten vorgelesen. Nachdem das geschehen war, hat sie mir einen offensichtlich vorbereiteten Zettel hingelegt. Den habe ich dann unterschrieben. Den Zettle habe ich mir zwar durchgelesen, aber nicht so richtig. Was auf dem Zettel stand, habe ich eigentlich gar nicht so richtig verstanden. Ich habe es aber eigenhändig unterschrieben.

„Ich habe dieses Protokoll von der Familie Kantelberg-Abdulla bekommen,“ sagte Helmut, „und neben dem letzten Absatz, den ich eben vorgelesen habe, haben sie eine Notiz gemacht, um zu zeigen, dass sie bestreiten, dass alles mit dem ‚Zettel’ so abgelaufen ist, wie Frau Steiner sagt. Es scheint aber, dass die Polizei damit zufrieden waren, was Frau Steiner gesagt hat, weil die Polizei sie nicht mehr über ihrer eidesstattliche Versicherung gefragt hat, oder darüber, was passiert ist, am Tag, wo Joseph starb und ihr Sohn Daniel zurück nach Hause vom Schwimmbad gekommen ist. Die nächste Frage der Polizei lautet:“

FRAGE: Wie war Ihr persönlicher Werdegang?

„Ich kann einfach nicht glauben,“ sagte ich zu Helmut, „dass so etwas in einem Rechtsstaat wie Deutschland passieren könnte. Wie können Sie auf diese Art und Weise die Polizei in schlechten Ruf bringen?“

Er schaute mich an, als ob ich der dummste und naivste Mensch auf der Welt wäre. „Das Protokoll zeigt, sie war ganz allein, während dieser Vernehmung,“ erwiderte er. „Frau Steiner war ganz allein. Kein Rechtsanwalt, kein Freund, kein Familienangehöriger war dabei. Sie war ganz allein mit den Polizeibeamten. Was für ein Rechtsstaat ist das?“

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-M… an Herrn und Frau Dr. Kantelberg-Abdulla: