Letter from Munich – 088

Letter from Munich – the Joseph Affair – 88

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN.

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13 September 2002

Dear Mr. Graf, dear friends,

Last week Helmut said to us, “Once again I have to say that I believe the reason Frau Steiner ‘appeared very distressed’ during the police interrogation was that she felt under pressure not to tell everything that happened on the day of Joseph’s murder. The resulting mental conflict disturbed her. However, the police had no problem with Frau Steiner’s male companion, Herr Reichel. He didn’t have any information about Joseph’s death; he knew nothing about it. The police weren’t any longer interested in that, though. They had a new agenda. They weren’t looking for Joseph’s murderer anymore. They wanted Joseph’s parents.”

Then Helmut began to read to us the transcript of the police interrogation of Juergen Reichel:

QUESTION: What is your relationship to Annerose and Daniel Steiner?

ANSWER: I’ve known Annerose Steiner since 1996. We live together with Annerose’s son Daniel. And since around October or November 1999, we’ve been living in the apartment at Hertigswalder Strasse 22 in Sebnitz.

QUESTION: Can you give us any information about how the sworn statements of Daniel Steiner and Annerose Steiner came to be?

ANSWER: I can’t exactly say when the first sworn statement was signed. I just know that the whole Kantelberg-Abdulla family, father, mother, and daughter, often came to our apartment and presented my partner and her son with pieces of paper that they’d prepared beforehand. My partner and her son were supposed to sign these papers. I have to say that I wasn’t there every time the Kantelberg-Abdulla family came to our apartment, because I was at work. I would guess, though, that I was there for three or four visits of the Kantelberg-Abdulla family. We all sat together in the apartment during these visits, and I could see how the Kantelberg-Abdulla family presented the prepared pieces of paper to my partner and her son Daniel. As a rule, during these visits, Frau Kantelberg-Abdulla or her daughter read out these sworn statements. Then the last page was laid down for signature. I can’t say if what they read out was really contained in this sworn statement, because I didn’t read it myself.

“You have to ask yourself,” Helmut said, “whether this doubt that Herr Reichel had was quite reasonable or whether it was simply a means by which the authorities could restrict the investigation into Joseph’s murder and blame the whole thing on the Kantelberg-Abdullas. You also wonder why the police have never given the transcript of Frau Kantelberg-Abdulla’s own interrogation to her.”

I asked Helmut, if that kind of behavior on the part of the police in a country like Germany, which is based on the rule of law, was even possible.

He just laughed without answering my question. “Don’t forget,” he said, “it was the Kantelberg-Abdullas who gave me the transcript of Juergen Reichels interrogation by the police.”

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

Web… href=”http://www.joseph_affair.blogspot.com” title=”http://www.joseph_affair.blogspot.com” target=”_blank”>http://www.joseph_affair.blogspot.com

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Since many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s own translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Bitte vergessen Sie nicht, dass der Autor dieses Briefes Autodidakt ist, was die deutsche Sprache betrifft, und er weiß, dass, wenn es um eine Übersetzung aus der deutschen Sprache ins Englische geht, viele Fehler hervortreten müssen. Er hofft aber, man werde diese Fehler übersehen, um hinter den Fehlern das sehen zu können, was in diesem Schreiben und in dieser Affäre von zentraler Bedeutung ist.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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München, den 13. September 2002

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Letzte Woche sagte uns Helmut, „Noch einmal muss ich sagen, ich glaube, dass der Grund dafür, dass Frau Steiner ‚einen sehr verstörten Eindruck’ während der Vernehmung machte, war, dass sie unter Druck stand, damit sie nicht alles sagen würde, was am Tag Josephs Mord passierte. Die Polizei hatte aber kein Problem mit Frau Steiners Lebensgefährten, Herrn Jürgen Reichel. Er hatte keine Auskünfte über Josephs Tod, er wusste nichts darüber. Die Polizei aber interessierte sich nicht mehr dafür. Die Polizei hatte eine neue Agenda. Sie war nicht mehr auf der Suche nach Josephs Mörder. Sie wollte Josephs Eltern.“

Dann begann Helmut, uns das Protokoll von der Vernehmung von Jürgen Reichel vorzulesen:

FRAGE: In welchem Verhältnis stehen Sie zu Frau Annerose und Daniel Steiner?

ANTWORT: Ich kenne Frau Annerose Steiner seit ca. 1996. Wir leben in Lebensgemeinschaft gemeinsam in einem Haushalt mit dem Sohn Daniel, der Annerose. Und seit ca. Oktober oder November 1999 bewohnen wir die Wohnung Hertigswalder Str. 22 in 08155 Sebnitz.

FRAGE: Können Sie Auskünfte dazu geben, wie die eidesstattlichen Versicherungen des Daniel Steiner und die eidesstattliche Versicherung der Annerose Steiner zustande gekommen sind?

ANTWORT: Wann die erste eidesstattliche Versicherung unterschrieben wurde, kann ich nicht mehr genau sagen. Ich weiß nur noch, dass die gesamte Familie Kantelberg-Abdulla, also Vater, Mutter und Tochter, ofters zu uns in die Wohnung kam und meiner Lebensgefährtin und deren Sohn vorbereitete Zettel vorlegten, die sie unterschreiben sollten. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht jedes Mal, wenn die Familien Kantelberg-Abdulla bei uns in der Wohnung war, zugegen war, da ich auf Arbeit war. Ich würde aber schätzen, dass ich mindestens bei drei/vier Besuchen der Familie Kantelberg-Abdulla in der Wohnung anwesend war. Bei diesen Besuchen haben wir gemeinsam in der Wohnung gessessen und ich konnte beobachten, wie die Familie Kantelberg-Abdulla die vorgefertigten eidesstattlichen Versicherungen der Annerose Steiner, meiner Lebensgefährtin, und deren Sohn Daniel vorgelegt haben. Bei den Besuchen lief das in der Regel so ab, dass die Frau Kantelberg-Abdulla oder die Tochter diese eidesstattlichen Versicherungen vorgelesen haben. Anschließend wurde das letzte Blatt zur Unterschrift vorgelegt. Ob das, was vorgelesen wurde, in dieser eidesstattlichen Versicherung tatsächlich stand, kann ich nicht sagen, da ich sie selber nicht gelesen habe.

„Man muss sich einfach fragen,“ sagte uns Helmut, „ob dieser Zweifel, den Herr Reichel hatte, wirklich vernünftig war, oder ob der Zweifel einfach noch ein Mittel war, das die Behörden benutzen konnten, die Untersuchung von des Mordes von Joseph zu bremsen und den Kantelberg-Abdullas die Schuld an der ganzen Affäre zu geben. Man fragt sich auch, warum die Polizei Frau Kantelberg-Abdulla das Protokoll von ihrer eigenen Vernehmung nie gegeben hat.“

Ich fragte Helmut, ob ein solches Verhalten seitens der Polizei in einem Rechtsstaat wie Deutschland einfach möglich wäre.

Er lachte einfach, ohne meine Frage zu beantworten. „Vergiss nicht,“ sagte er, „es waren die Kantelberg-Abdullas, die mir das Protokoll von Jürgen Reichels Vernehmung gegeben haben.“

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Mauerkircherstrasse 68

81925 Germany

Telephone: +49.89.981.0208

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

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