Letter from Munich – 092

Letter from Munich – the Joseph Affair – 92

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN.

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11 October 2002

Dear Mr. Graf, dear friends,

“I want to read Daniel Steiner’s sworn statement of 13 February 2000,” Jean-Paul said to us. “Juergen Reichel told the police, that Daniel signed only the last page of this sworn statement, but his signature is on both pages of the statement. His mother signed the first – and longest – page as well. Reichel also told the police, ‘In my opinion, both Daniel and my partner frequently did not grasp the content of these sworn statements. There were a lot of technical terms thrown in that I still don’t understand, even today.’ You will see,” Jean-Paul went on, “that the language of this sworn statement is surprisingly simple. There are no ‘technical terms,’ except for the usual formula about sworn statements at the beginning of the document, a formula that has often been read out to you.”

Then he began to read Daniel Steiner’s statement:

“I, Daniel Steiner was at the Dr. Petzold Swimming Pool at about 10:00 a.m. on 13 June 1997 along with the following persons: Holger Ellmer, Ronny Kunte, Andre Mertins, Antonio Kelemann and three girls. We lay down on the large open space near the entrance, diagonally opposite Thalheim’s snack bar. I saw a young man named Ulbricht (Tannertstrasse 42), who is now about twenty-two or twenty-three years old – he’s a so-called Satanist – and Marco Thilo, who drinks a lot – he’s about twenty-two now. I also saw Maik Hauke, Isabell Bastian with her younger sister, Romy Richter, Nicole Rentsch with her young brother Ricco Rentsch.

“Later I saw Diana Abdulla and her brother Joseph. I also saw Steve Michaelis, who is now fifteen or sixteen years old and Ronny Mittag, who is about eighteen now, and Christoph Ziemann. I also saw right-wing young people from ‘The Power of the Saechsische Schweiz,’ Oli – I don’t know his last name – Maik Heymann, who lives in Schillerstrasse opposite the train station. I also saw the daughter of Herr Lustig (who provides expert opinions in court cases), the youngest daughter of Herr Schneider (who owns the Hirsch-Apotheke) – she has a birthmark on her face.

“I saw the heavy-set Frau Goebel, the attendant, and Ronny Siebert. Much later, when Joseph was already lying unconscious near the edge of the pool, Herr Goldschmidt came over slowly. He rode up on a bicycle. Herr Beckert, the owner of the swimming pool, arrived either just before or after Herr Goldschmidt.

“I saw Diana playing with her younger brother Joseph by the mushroom-shaped fountain in the shallow pool. I know where both of them had been lying, on the large open space. I saw Ronny Kunte, Kai Blescheke and Mai Hauke walking around Joseph, watching him. I know Ronny Kunte owns a stun gun. That day Kai Bleschke, Ronny Kunte and Maik Hauke said, ‘We hate that shit-foreigner.’ They meant Joseph. They didn’t talk about Diana. They left me and went toward Joseph . . . .”

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Since many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s own translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Bitte vergessen Sie nicht, dass der Autor dieses Briefes Autodidakt ist, was die deutsche Sprache betrifft, und er weiß, dass, wenn es um eine Übersetzung aus der deutschen Sprache ins Englische geht, viele Fehler hervortreten müssen. Er hofft aber, man werde diese Fehler übersehen, um hinter den Fehlern das sehen zu können, was in diesem Schreiben und in dieser Affäre von zentraler Bedeutung ist.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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München, den 11. Oktober 2002

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

„Ich will Daniel Steiners eidesstaatliche Versicherung vom 13.02.2000 vorlesen“, sagte uns Jean-Paul. „Jürgen Reichel hat der Polizei erzählt, dass Daniel nur die letzte Seite dieser eidesstaatliche Versicherung unterzeichnet habe, aber seine Unterschrift steht auf beiden Seiten. Auch seine Mutter hat die erste und längste Seite unterschrieben. Reichel hat der Polizei auch gesagt, ‚Meine Meinung ist auch, dass beide also der Daniel und meine Lebensgefährtin, den Inhalt dieser eidesstattlichen Versicherungen oftmals gar nicht begriffen haben. Es wurde da mit Fachausdrücken um sich geworfen, die ich heute noch nicht verstehe’. Ihr werdet aber sehen“, fuhr Jean-Paul fort, „dass die Sprache dieser eidesstaatlichen Versicherung überraschend schlicht ist. Es gibt keine ‚Fachausdrücken’, außer der üblichen Formel über eidesstaatliche Versicherungen, am Anfang des Dokuments, die euch schon oft vorgelesen wurde.“

Er beugte sich vor. „Wenn Jürgen Reichel sich in diesem Punkt geirrt hat – oder möglicherweise gelogen hat –, dann müssen wir nicht zu dem Schluss kommen, dass Daniel Steiner höchstwahrscheinlich die Wahrheit sagte und dass die Polizei ihn einfach nicht ernst nehmen wollten?“

Dann begann er Daniel Steiners eidesstaatliche Versicherung vorzulesen:

„Ich, Daniel Steiner war am 13.06.1997 ab ungefähr 10:00 Uhr früh im Dr. Petzold Schwimmbad mit folgenden Personen: und drei Mädchen. Wir haben auf der großen Wiese beim Eingangstor, schräg von Thalheims Imbiss entfernt, gelagert. Ich habe einen Jugendlichen namens Ulbricht (Tannertstraße 42), der heute ungefähr 22 bis 23 Jahre alt ist, einen sogenannten Satanisten und Marco Thilo, der viel trinkt, er ist heute ungefähr 22 Jahre, gesehen. Ich habe auch Maik Hauke, Isabell Bastian mit ihrer kleineren Schwester, Romy Richter, Nicole Rentsch mit ihrem kleineren Bruder Ricco Rentsch gesehen.

Ich habe später Diana Abdulla und ihren Bruder Joseph gesehen. Ich habe auch Steve Michaelis, der heute 15 oder 16 Jahre alt ist, außerdem Ronny Mittag (heute ungefähr 18 Jahre alt), Christoph Ziemann gesehen. Außerdem habe ich Jungen von der Power of der Sächsischen Schweiz, rechts gerichtete Jugendliche, Oli – Nachnamen weiß ich nicht –, Maik Heymann, er wohnt auf der Schillerstraße, dem Busbahnhof gegenüber, gesehen. Außerdem habe ich die Tochter von Herrn Lustig (Expert Lustig), die jüngste Tochter von Herrn Schneider (Besitzer der Hirsch-Apotheke) mit dem Feuermal im Gesicht gesehen.

Als Aufsichtsperson habe ich die dicke Frau Göbel und Ronny Siebert gesehen. Erst viel später, Joseph lag schon langer bewußtlos neben dem Beckenrand, kam Herr Goldschmidt langsam heran. Er kam mit einem Fahrrad herangeradelt. Herr Beckert, der Besitzer des Schwimmbades, kam entweder kurz vor oder nachdem Herr Goldschmidt herangeradelt kam.

Ich habe gesehen, wie Diana mit ihrem kleinen Bruder beim Pilz, im flachen Becken, gespielt hat. Ich weiß, wo die beider gelagert haben, nämlich in der Nähe von der Sebnitz, auf der Wiese. Ich habe beobachtet wie Ronny Kunte, Kai Blescheke und Mai Hauke um Joseph auf der Wiese herumgelaufen sind und ihn beobachtet haben. Ich weiß, dass Ronny Kunte einen Elektroschocker besitzt. An diesem Tag sagten Kai Bleschke, Ronny Kunte and Maik Hauke: ‚Wir hassen diesen Scheißausländer’. Sie meinten damit Joseph. Über Diana sprachen sie nicht. Sie entfernten sich wieder von mir und gingen in Richtung Joseph. . . .“

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

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