Letter from Munich 324

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Letter from Munich – the Joseph Affair – 324

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 20 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

This week I would like to begin the translation into English of the letter in German from Saad Abdulla copied below in its entirety, just as he wrote it, except for the necessary addition of terms such as “allegedly” and “in my opinion.” I will translate roughly one paragraph per week until the English version of the letter is complete:

BEGINNING OF THE LETTER FROM SAAD ABDULLA:

Dear Bob,

Hoek Duijn, a citizen of the Netherlands, has bought the Kantelberg pharmacy (in Sebnitz). (See the Sueddeutsche Zeitung of 7 July and 10 July 2007.)

Today I did some research on the Internet and found the following in the online edition of the Sueddeutsche Zeitung for 14 July 2007. Uta Schneider, daughter of Ekkehard Schneider, pharmacist and owner of the Hirsch Pharmacy in Sebnitz, i.e. the woman who (allegedly) murdered my son Joseph, together with Maik Hauke and Sandro Richter – something that is very clear (in my opinion) – has reopened the pharmacy we used to own in Sebnitz. Apparently she is renting the pharmacy from a man from the Netherlands, Hoek Duijn.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-Mail:  majoskant at t-online.de

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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Düsseldorf, den 20. Juli 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

DER BRIEF VON SAAD ABDULLA BEGINNT:

Lieber Bob,

Der Holländer Hoek Duijn hat die Kantelberg- Apotheke gekauft ( SZ vom 07.07.2007 u.10.07.2007).

Heute habe ich wieder im Internet recherchiert und fand folgendes in der SZ (14.07.2007,SZ-online). Uta Schneider, die Tochter von Ekkehard Schneider – Apotheker und Besitzer der Hirsch Apotheke in Sebnitz – also die Frau, die meinen Sohn Joseph zusammen mit Maik Hauke und Sandro Richter (angeblich) ermordet hat, und dies steht glasklar fest (meiner Meinung nach), eröffnet unsere ehemalige Apotheke in Sebnitz. Angeblich hat sie die Apothekenräume vom Holländer Hoek Duijn gemietetet.

Ich schicke Dir weitere Unterlagen, die zeigen, weshalb mein Sohn ermordert wurde. Drei Stadräte der Stadt Sebnitz sind absolut in die Ermordung verwickelt, unter anderem ist der im Stadtrat Sebnitz und im Landrat Sachsen sitzende NPD Mannn Dr. Johannes Müller mit seiner SSS absolut an der Durchführung des Mordes verwickelt.

Als ich damals, einige Tage vor der Hausdurchsuchung, Herrn Prof. Biedenkopf in der Center-Apotheke in Anwesenheit des Bürgermeisters Ruckh diese Unterlagen gezeigt habe, standen Biedenkopf die Haare zu Berge. Er lief rot an, atemlos, mit trockenen Lippen ließ sofort eine Stadtratsitzung anberaumen. Nur um an unsere Papiere und Aufnahmen heranzukommen wurde die Hausdurchsuchung einige Tage nach seinem Besuch in der Center-Apotheke durchgeführt.

Nochmals, wir haben den Augenzeugen kein Geld angeboten, mit Ausnahme Daniel Steiner, der mit seiner Mutter zusammen mit uns nach München zur Kanzlei Bossi gefahren ist, um dort seine Aussage zu tätigen. Als Entgeld für diese Mühen haben wir ihnen Geld gegeben. Wir haben Bossi aber vorher gefragt, ob wir ihnen Geld geben dürfen, oder ob man es hinterher falsch auslegen und als Bestechung interpretieren könnte. Er sagte, daß wir selbstverständlich etwas Geld als Danke Schön für die Mühen, die sie auf sich genommen haben, geben dürften. Noch etwas seltsames. In unserer Vernehmung zum Vorwurf der Anstiftung zur Falschaussage ist keiner von und diesbezüglich – habt ihr Bonbons oder Geld gegeben ? – befragt worden. Keine einzige Frage habt ihr den Zeugen Geld angeboten, habt ihr sie zur Falschaussage angestiftet. Seltsam, oder? ,obwohl ich als Vater des Ermordeten 33 Stunden lang – Uta Schneider nicht einmal 10 Minuten befragt wurde. Das ist die deutsche Justiz und Rchtstaatlichkeit.

Verfolge die Aktivitäten des jetzigen Oberstaatsanwaltes Schär, der dazu beigetragen hat, die von meiner Frau bei der Staatsanwaltschaft gemeldeten Korruptionsfälle abgewürgt wurden.Er hat auch den Mordfall Joseph von vorneherein mit vollem Haß vereitelt Er hat meine Frau einen Monat vor Joseph`s Ermordung zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft nach Pirna bestellt. Dort versuchte er sie einzuschüchtern, um die Korruptionsfälle unter den Teppich zu kehren. Meine Frau bezeichnete ihn als Ausländerhasser Nr.1. Erst einen Monat nach der Ermordung Joseph`s wurde der niedergelassene Arzt und Vater von Dr. Johannes Müller, der in die Korruption zusammen mit der Stadträtin Frau Schuster, unserer ehemaligen Angestellten, angeblich verwickelt war, vernommen, obwohl die von uns erstattete Anzeige ein Jahr zuvor getätigt wurde. Die ganze Sache wurde mit einer Spende von 1000 DM seitens Frau Schuster fallen gelassen. Damit wurde die Tat zugegeben. Ausgerechnet Schär betätigt sich als aktiver Verfolger der SSS. Man muß seine Person hinterfragen. Mein Schwiegervater hätte dazu nur gesagt : Ich mach doch nicht den Bock zum Gärtner.

MfG

Saad

Notiert

SZ- online : Zitat

“Kantelberg-Haus Sebnitz wird wieder Apotheke

Sebnitz. In das leer stehende Haus der Familie Kantelberg-Abdulla in Sebnitz zieht wieder eine Apotheke ein. Uta Schneider, Tochter des ortsansässigen Apothekers Ekkehard Schneider, eröffnet sie im Januar 2008. Bereits Familie Kantelberg-Abdulla, die nach dem Tod ihres Sohnes Joseph die Stadt verließ, hatte hier eine Apotheke betrieben. Kürzlich kaufte ein Holländer das Haus und vermietete … “

Lieber Bob,

PS: du weisst, daß wir bis jetzt für die Apotheke, die Fräulein Schneider fertig eingerichtet übernimmt, die Schulden abbezahlen. Der MDR hat übrigens am 16.01.2007 und im März wieder ” Sebnitz, die perfekte Story” im Fersehen gebracht. Kunden haben uns dauf hingewiesen und gefragt , wann unternimmt ihr endlich etwas gegen diese Verunglimpfung..

MfG

Saad

ENDE DES BRIEFES VON SAAD ABDULLA

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

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Letter from Munich 323

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Letter from Munich – the Joseph Affair – 323

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 13 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

A complete translation of the letter printed below in German:

Dear Ralf,

Thank you for the e-mail message. So, why do I go on writing this blog? Why don’t I just let go of the whole story? I think there are a lot reasons, and if you’re interested, in spite of my terrible German, I’ve worked out a fairily long list of these reasons, as follows:

— To begin with the psychologically most burning and strangest reason, I have to refer to a book by the French writer Antoine de Saint-Exupéry, “Terre des hommes.” At the end of this book, Saint-Ex writes a passage about “Mozart assassiné” – Mozart murdered, in the intellectual and spiritual sense of the term “murdered.” In other words, something valuable can be hidden in everyone that the vicissitudes of life destroy in the course of time. Normally that happens when we’re children or very young people, and it disappears from our memory. Some of us, though, think continually on this “something valuable.” As a result, in order to try to compensate for some injustice or damage in lives that cannot be compensated for, we want either to help other people avoid such a thing in their lives, if possible, or we feel ourselves forced sometimes to try to clear up a case of “Mozart murdered,” or to try to have it cleared up.

— As far the Joseph case is concerned, what struck me first of all was the way Kurt Biedenkopf (the then Prime Minister of Saxony) and the mayor of Sebnitz had determined right from the beginning that Joseph had not been murdered. I wondered how they could say that and how they could know the result of the investigation before that investigation had even been completed.

— Later, when I read transcripts of the police interrogation of the witnesses, in which those witnesses retracted sworn statements they had given, there were indications – in my opinion – that these retractions, at least in certain cases, could have been the result of police pressure. Of course it was very stupid of the Kantelberg-Abdullas to pay for those statements. However, I wondered whether it was really possible that every statement had been faked or that most of the witnesses really had signed the statements without knowing the content. In the files there is a court document in which the judge confirmed that she beleved the witnesses, at that time. So wasn’t it possible, I though to myself, that these witnesses had spoken the truth in their original sworn statements?

— In my opinion, it can hardly be disputed that the voice of the witness that could be heard in the MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) broadcast, sounded completely believable, as the witness described what he allegedly saw at the swimming pool, when Joseph died.

— Moreover, where the police investigation is involved, one thinks of the article from the New York Times that I mentioned to you once, in which an American journalist describes the way the police – in this case in Japan – pressured a large number of innocent people to confess to crimes they hadn’t committed. It is clear, in those cases as well as in others, that when people feel isolated the police can quite easily put pressure on them.

— It is also impossible to forget all those German news broadcasts about the way the police in eastern Germany frequently ignore or play down beatings and other crimes committed by right-wing extremists. It is impossible to forget other reports that a large number of police in eastern Germany are right-wing sympathizers, in the same way that numerous such reports about the German armed forces cannot be forgotten – reports, for example, about the air force’s “Moelders” squadron, named after one of Hitler’s ace fighter pilots. (The well-regarded news program “Kontraste” reported once again recently that the squadron’s name has not yet been changed, despite a barrage of criticism, because it is supported by right-wing members of the conservative CDU, one of Germany’s two leading political parties. German public television has so often reported about these CDU members that it is almost superfluous to mention them again here.)

— The existence of these right-wing CDU members, police, and military personnel brings to mind the notorious problem of the neo-Nazis who repeatedly make their presence felt in eastern Germany, and very often in Saxony, where the boy Joseph died.

— Recently various journalists have written about the “swamp” of corruption that has been found in the interior ministry and judiciary in Saxony. No one knows when this corruption began. However, the question presents itself: “If certain leaders of the all-powerful CDU – Kurt Biedenkopf and the Mayor of Sebnitz, for example – did not wish to accept that Joseph’s death was caused by right-wing extremists, would it not have been very easy for them to very subtly communicate this wish to the district attorney’s office and the police?”

— Certainly there was no conspiracy, where the Joseph case is concerned. It was only a question of communicating the wishes of leading politicians to the right civil servants. That way of dealing with a problem can be especially effective in a society like this one, where hierarchy and order are so important and where people try hard to guess the wishes of their superiors – and then to fulfil those wishes. These tendencies may even be stronger in one of the new German states, where people have relatively little experience of democracy and where they had to under two different dictatorships for more than six decades, not to mention in an empire before that.

— In the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast of June 9, a professor was mentioned who teaches that the Joseph case is an example of the way the media can manipulate and be manipulated. However, it could also be argued that that this case is an example of the way the state can manipulate its civil servants and the media in order to incite public feeling against a family.

— The hatred and vilification that the people of Sebnitz directed against the Kantelberg-Abdullas – and still direct against them – and which was described at the end of the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast are perhaps the consequences of such incitement. Otherwise such hatred is difficult to understand, except for the fact that people often feel a special hatred for their victims, when the victims are in the right and when people know they have treated their victims unjustly.

— In such cases, though, it is nearly impossible for victims like the Kantelberg-Abdullas to assert themselves if they themselves have made a mistake: for example, if they have paid witnesses for their testimony. Most people are ready to believe that if this family made a mistake like that, or if a part of what the Kantelberg-Abdullas have said is false, then everything they have said must be a lie.

— It can be seen that the district attorney’s office and the police made every effort to investigate the Kantelberg-Abdullas and to interrogate witnesses in order to try to prove that they were lying. It seems as if the district attorney’s office and the police were concentrating only on that effort. As far as the alleged perpetrators of the crime are concerned just a very slight effort to investigate is evident. It is natural to wonder why that should be so. In this context it is natural also to think of what the MDR broadcast stated: that one of the three suspects had a good alibi. It would be good to know something about the others. Did they too have an alibi?

— The district attorney’s office confiscated everything that the Kantelberg-Abdullas had, which deal with Joseph’s death. These items have apparently never been returned, and one cannot help wondering why?

— The district attorney’s office, as already mentioned, threatened to charge the family with dissemination of false accusations, but this threat was never carried out. What was the reason, if the district attorney and the people of Sebnitz were so convinced of – and so outraged by – what they claimed was a lie on the part of the Kantelburg-Abdullas? Surely the district attorney wasn’t afraid to have the whole affair aired in open court, was he? And if he wasn’t, then what really was the reason for his decision? A feeling of mercy and compassion? If that was the reason, then we have to ask why no one in recent years has helped the Kantelberg-Abdullas, instead of directing what seems to be a kind of campaign of economic and social persecution against them.

In any case, none of that of course proves that Joseph was murdered and the affair covered up. The questions remain, though, and will always remain, at least for me, because I think that no one in the end will know the truth about this case.

Or possibly all of this simply represents the incoherent ideas of a man who lives in his own reality, like the person that was mentioned in the MDR broadcast. That eventuality cannot be completely excluded, can it?

What I do know, though, is, that people shouldn’t forget either these questions or the story of Joseph, because in certain respects we could be dealing with that extraordinary aspect that lies in the heart of us all, that part of us that is really human and creative, that part that is in danger of becoming “Mozart assassiné.”

Sincerely yours

Robert

(End of translation of letter printed below in German.)

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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Düsseldorf, den 13. Juli 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Eine deutsche Version des oben stehendes Briefes in Englischer Sprache:

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

— Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

— Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

— Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

— Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

— Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

— Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

— Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

— Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

— Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

— In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

— Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

— In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

— Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

— Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

— Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

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Letter from Munich 322

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Letter from Munich – the Joseph Affair – 322

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 6 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

(Final part of a letter to a friend – complete German text is below)

In any case, none of that of course proves that Joseph was murdered and the affair covered up. The questions remain, though, and will always remain, at least for me, because I think that no one in the end will know the truth about this case.

Or possibly all of this simply represents the incoherent ideas of a man who lives in his own reality, like the person that was mentioned in the MDR broadcast. That eventuality cannot be completely excluded, can it?

What I do know, though, is, that people shouldn’t forget either these questions or the story of Joseph, because in certain respects we could be dealing with that extraordinary aspect that lies in the heart of us all, that part of us that is really human and creative, that part that is in danger of becoming “Mozart assassiné.”

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 6. Juli 2007

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

(Der vollständige deutsche Text des oben erwähnten Briefes:)

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

— Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

— Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

— Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

— Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

— Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

— Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

— Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

— Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

— Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

— In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

— Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

— In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

— Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

— Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

— Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Ende des zitierten Briefes

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-Mail:  majoskant at t-online.de

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Letter from Munich 321

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 321

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 29 June 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

(Continuation of a letter to a friend:)

— It can be seen that the district attorney’s office and the police made every effort to investigate the Kantelberg-Abdullas and to interrogate witnesses in order to try to prove that they were lying. It seems as if the district attorney’s office and the police were concentrating only on that effort. As far as the alleged perpetrators of the crime are concerned just a very slight effort to investigate is evident. It is natural to wonder why that should be so. In this context it is natural also to think of what the MDR broadcast stated: that one of the three suspects had a good alibi. It would be good to know something about the others. Did they too have an alibi?

— The district attorney’s office confiscated everything that the Kantelberg-Abdullas had, which deal with Joseph’s death. These items have apparently never been returned, and one cannot help wondering why?

— The district attorney’s office, as already mentioned, threatened to charge the family with dissemination of false accusations, but this threat was never carried out. What was the reason, if the district attorney and the people of Sebnitz were so convinced of – and so outraged by – what they claimed was a lie on the part of the Kantelburg-Abdullas? Surely the district attorney wasn’t afraid to have the whole affair aired in open court, was he? And if he wasn’t, then what really was the reason for his decision? A feeling of mercy and compassion? If that was the reason, then we have to ask why no one in recent years has helped the Kantelberg-Abdullas, instead of directing what seems to be a kind of campaign of economic and social persecution against them.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 29. Juni 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

(Der vollständige deutsche Text des oben erwähnten Briefes:)

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

— Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

— Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

— Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

— Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

— Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

— Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

— Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

— Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

— Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

— In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

— Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

— In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

— Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

— Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

— Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Ende des zitierten Briefes.

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

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Letter from Munich 320

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 320

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 22 June 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

(Continuation of a letter to a friend:)

— It is also impossible to forget all those German news broadcasts about the way the police in eastern Germany frequently ignore or play down beatings and other crimes committed by right-wing extremists. It is impossible to forget other reports that a large number of police in eastern Germany are right-wing sympathizers, in the same way that numerous such reports about the German armed forces cannot be forgotten – reports, for example, about the air force’s “Moelders” squadron, named after one of Hitler’s ace fighter pilots. (The well-regarded news program “Kontraste” reported once again recently that the squadron’s name has not yet been changed, despite a barrage of criticism, because it is supported by right-wing members of the conservative CDU, one of Germany’s two leading political parties. German public television has so often reported about these CDU members that it is almost superfluous to mention them again here.)

— The existence of these right-wing CDU members, police, and military personnel brings to mind the notorious problem of the neo-Nazis who repeatedly make their presence felt in eastern Germany, and very often in Saxony, where the boy Joseph died.

— Recently various journalists have written about the “swamp” of corruption that has been found in the interior ministry and judiciary in Saxony. No one knows when this corruption began. However, the question presents itself: “If certain leaders of the all-powerful CDU – Kurt Biedenkopf and the Mayor of Sebnitz, for example – did not wish to accept that Joseph’s death was caused by right-wing extremists, would it not have been very easy for them to very subtly communicate this wish to the district attorney’s office and the police?”

— Certainly there was no conspiracy, where the Joseph case is concerned. It was only a question of communicating the wishes of leading politicians to the right civil servants. That way of dealing with a problem can be especially effective in a society like this one, where hierarchy and order are so important and where people try hard to guess the wishes of their superiors – and then to fulfil those wishes. These tendencies may even be stronger in one of the new German states, where people have relatively little experience of democracy and where they had to under two different dictatorships for more than six decades, not to mention in an empire before that.

— In the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast of June 9, a professor was mentioned who teaches that the Joseph case is an example of the way the media can manipulate and be manipulated. However, it could also be argued that that this case is an example of the way the state can manipulate its civil servants and the media in order to incite public feeling against a family.

— The hatred and vilification that the people of Sebnitz directed against the Kantelberg-Abdullas – and still direct against them – and which was described at the end of the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast are perhaps the consequences of such incitement. Otherwise such hatred is difficult to understand, except for the fact that people often feel a special hatred for their victims, when the victims are in the right and when people know they have treated their victims unjustly.

— In such cases, though, it is nearly impossible for victims like the Kantelberg-Abdullas to assert themselves if they themselves have made a mistake: for example, if they have paid witnesses for their testimony. Most people are ready to believe that if this family made a mistake like that, or if a part of what the Kantelberg-Abdullas have said is false, then everything they have said must be a lie.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 22. Juni 2007

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

(Der vollständige deutsche Text des oben erwähnten Briefes:)

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

— Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

— Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

— Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

— Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

— Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

— Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

— Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

— Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

— Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

— In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

— Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

— In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

— Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

— Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

— Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Ende des zitierten Briefes.

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

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Letter from Munich 319

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 319

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 15 June 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

I’d like to briefly interrupt the sequence of republished letters, in order to begin publishing a translation of a letter to a friend who wrote the script for a radio program about the Joseph case. (The complete German text of the letter can be found below.) The program was broadcast recently over Mitteldeutscher Rundfunk. The first part of the translation is as follows:

Dear Ralf,

Thank you for the e-mail message. So, why do I go on writing this blog? Why don’t I just let go of the whole story? I think there are a lot reasons, and if you’re interested, in spite of my terrible German, I’ve worked out a fairily long list of these reasons, as follows:

— To begin with the psychologically most burning and strangest reason, I have to refer to a book by the French writer Antoine de Saint-Exupéry, “Terre des hommes.” At the end of this book, Saint-Ex writes a passage about “Mozart assassiné” – Mozart murdered, in the intellectual and spiritual sense of the term “murdered.” In other words, something valuable can be hidden in everyone that the vicissitudes of life destroy in the course of time. Normally that happens when we’re children or very young people, and it disappears from our memory. Some of us, though, think continually on this “something valuable.” As a result, in order to try to compensate for some injustice or damage in lives that cannot be compensated for, we want either to help other people avoid such a thing in their lives, if possible, or we feel ourselves forced sometimes to try to clear up a case of “Mozart murdered,” or to try to have it cleared up.

— As far the Joseph case is concerned, what struck me first of all was the way Kurt Biedenkopf (the then Prime Minister of Saxony) and the mayor of Sebnitz had determined right from the beginning that Joseph had not been murdered. I wondered how they could say that and how they could know the result of the investigation before that investigation had even been completed.

— Later, when I read transcripts of the police interrogation of the witnesses, in which those witnesses retracted sworn statements they had given, there were indications – in my opinion – that these retractions, at least in certain cases, could have been the result of police pressure. Of course it was very stupid of the Kantelberg-Abdullas to pay for those statements. However, I wondered whether it was really possible that every statement had been faked or that most of the witnesses really had signed the statements without knowing the content. In the files there is a court document in which the judge confirmed that she beleved the witnesses, at that time. So wasn’t it possible, I though to myself, that these witnesses had spoken the truth in their original sworn statements?

— In my opinion, it can hardly be disputed that the voice of the witness that could be heard in the MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) broadcast, sounded completely believable, as the witness described what he allegedly saw at the swimming pool, when Joseph died.

— Moreover, where the police investigation is involved, one thinks of the article from the New York Times that I mentioned to you once, in which an American journalist describes the way the police – in this case in Japan – pressured a large number of innocent people to confess to crimes they hadn’t committed. It is clear, in those cases as well as in others, that when people feel isolated the police can quite easily put pressure on them.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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Düsseldorf, den 15. Juni 2007

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Ich will die Reihenfolge der wieder veröffentlichten Brief kurz unterbrechen. Unten steht ein Brief, den ich an einen Bekannten geschrieben habe, der das Text einer Hörfunksendung über den Fall Joseph gefasst hat:

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

— Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

— Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

— Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

— Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

— Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

— Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

— Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

— Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

— Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

— In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

— Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

— In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

— Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

— Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

— Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Ende des zitierten Briefes.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

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Letter from Munich 318

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 318

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 8 June 2007

(Republication of an earlier letter)

Dear Mr. Graf, dear friends,

Each week for the next several weeks, I would like to reprint a portion of the first letter I wrote describing all of the circumstances surrounding the Joseph affair. The first part appears today. This will be the first time that a German translation of this letter has appeared.

In Central Europe at present, people find themselves preoccupied with one or another matter of importance at the moment, but I would like to try to draw your attention to one situation here which I believe has implications at least as important as any other.

This situation has its origins in the life of a single individual, his parents and his sister. It may, however, have larger implications for Germany and for Europe as well.

Some time ago, it was reported in the media here that a six-year-old boy in the town of Sebnitz, near Dresden in eastern Germany, had been drowned in a municipal swimming pool in 1997 by a group of neo-Nazis. The report naturally created a sensation, not only because of its very nature, but also because the mother of the child had had to press the local government in Saxony to reopen the original somewhat superficial, if not irregular, investigation into the matter. That investigation had ended with a report that the child had died merely as the result of an accident. The mother, however, took the unusual step – in Germany – of acting on her own initiative when reports began reaching her that the child had been deliberately murdered. Both she and her husband began their own investigation, contacting witnesses and working with attorneys and academic experts. Their findings resulted in their conviction that the child had been murdered. Since the authorities, though, had apparently been unable to bring the case to a satisfactory conclusion, the parents took an even more unusual step in Germany: they turned to the media.

Their story administered a shock felt all over the country late last year. The parents were invited to Berlin, where they met privately with Chancellor Gerhard Schroeder and with other politicians such as Cem Özdemir, a Bundestag representative of Turkish descent and a leading advocate of greater efforts to integrate foreigners into German society. Mrs. Kantelberg-Abdulla appeared on television in a discussion with Michel Friedmann, an influential member of Germany’s Jewish community; during the discussion she presented herself as a composed, rational, and intelligent woman (she and her husband both hold German doctorates). While in Berlin they stayed in the building that houses the representatives of the government of Saxony, and it was this government, and not the German federal government, that now promised to reopen the investigation.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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Düsseldorf, den 8. Juni 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

jede Woche in den kommenden zwei Monaten, möchte ich einen Teil des ersten Brief wieder abdrucken, den ich über die Affäre Joseph geschrieben habe und in dem ich alle Umstände dieser Affäre beschrieb. Der erste Teil, der die erste deutsche Version dieses Briefes ist, erscheint heute.

Zur Zeit in Mitteleuropa, beschäftigen sich die meisten Menschen mit verschiedenen Sachen, die selbstverständlich sehr wichtig sind, aber vielleicht sollte man versuchen, ihre Aufmerksamkeit auf eine Situation zu lenken, die auch wichtige Implikationen hat.

Diese Situation hat ihren Ursprung im Leben und Tod eines einzigen Kindes, und im Leben dessen Eltern und Schwester. In der Zukunft aber könnte diese Situation und ihre Tragweite in mancher Hinsicht an Bedeutung gewinnen, nicht nur für eine Familie, sondern auch für Deutschland und ganz Europa.

Vor mehreren Monaten berichteten die deutschen Medien davon, dass ein sechsjähriges Kind in der Stadt Sebnitz, in der Nähe von Dresden, von einer Gruppe Neonazis in einem Schwimmbad ermordet wurde. Dieser Bericht war natürlich eine Sensation, nicht nur wegen des Themen selbst, sondern auch deswegen, dass die Mutter die Regierung in Sachsen dazu zwingen musste, die anscheinend etwas oberflächlich durchgeführte ursprungliche Ermittlung wieder aufzunehmen. Nach den Ergebnissen der ursprunglichen Ermittlung hat das Kind einfach einen Unfall erlitten. Die Mutter hatte aber dann die in Deutschland ungewöhnlichen Schritte unternommen, um auf eigene Faust zu handeln, nachdem verschiedene Bürger von Sebnitz ihr berichtet hatten, dass das Kind ermordet worden wäre. Als die Mutter und Vater des Kindes mit ihren eigenen Ermittlung begonnen haben, kontaktierten sie Augenzeugen und arbeiteten mit Rechtsanwälten und akademischen Gutachtern, nach diesen Ermittlungen waren sie überzeugt, dass die Augenzeugen Recht hatten, und dass das Kind ermordet worden war. Da die Behörden aber anscheinend nicht aus den Tatsachen richtige Rückschlüsse auf den Tod des Kindes hatten ziehen können, taten die Eltern etwas sogar Ungewöhnlicheres: sie wandten sich an die Medien.

Die Geschichte über die Eltern und ihr Kind schockierte die ganze Bundesrepublik. Man hat die Eltern nach Berlin eingeladen, wo sie ein vertrauliches Gespräch mit Bundeskanzler Schröder hatten, und mit anderen Politikern wie Cem Özdemir, dem Bundestagsabgeordneten türkischen Abstammung, der immer wieder größere Bemühungen befürwortet, Ausländer in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Frau Dr. Kantelberg-Abdulla, Josephs Mutter, ist im Fernsehen aufgetreten und hat an einer Diskussion mit Michel Friedmann, einem einflussreichen Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, teilgenommen. Im Laufe dieser Diskussion wurde es klar, dass Frau Dr. Kantelberg-Abdulla eine gefasste, vernünftige und intelligente Frau ist – und nicht nur sie sondern auch ihr Mann hat in Deutschland promoviert. Als die beiden in Berlin waren, haben sie ihre Zeit nicht in einem Hotel verbracht, sondern im Haus der sächsische Regierung, die endlich versprach, die Ermittlung in der Sache Joseph wieder aufzunehmen.

(Fortsetzung nächste Woche.)

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

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Letter from Munich 317

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 317

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 1 June 2007

(Republication of an earlier letter)

Dear Mr. Graf, dear friends,

“‘Die Zukunft gehoert uns!’ bawls Hitler in Leni Riefenstahl’s documentary on the Nuremberg rally of 1934: ‘The future belongs to us!’ And at the Christian Democrat party conference on 1 July 2001 in Berlin, the CDU candidate for mayor of Berlin, Frank Steffel, shouted, ‘Die Zukunft gehoert uns!’: The future belongs to us!”

“I do not believe that,” said Dietrich.

“Get a videotape of Riefenstahl’s documentary, and you’ll see,” Anne-Marie replied.

“You know what I mean,” said Dietrich. “I don’t believe that any CDU politician in Germany today would be stupid enough to use a phrase like that.”

Anne-Marie reached down and slipped a cassette into the video recorder next to her chair. The opening title of the regular evening news broadcast of ARD – German state television – for 1 July 2001 appeared. She fast-forwarded to an image of Frank Steffel at a podium and then played the cassette at normal speed. Steffel’s eyes were blazing. “Die Zukunft gehoert uns,“ he was shouting excitedly. The audience cheered.

“So?” said Dietrich defensively. “What does that prove? Or do you think that Nazis are alive and well among the membership of Germany’s Christian Democrats?”

“Of course not,” said Anne-Marie slowly, patiently, “but it does show the extreme that the Christian Democrats are willing to go to, just to appeal to certain elements in the electorate.” She leaned forward in her chair and looked at us all with more than her usual intensity. “The European Union issued a report a few days ago that contained a description of the extent to which right-wing extremism and anti-Semitism has once again become a problem in Germany. The Christian Democrats of course trotted out their leading Jewish member and had him promptly reject the report, but that won’t solve the problem. It won’t solve the problem, for example, of the bizarre behavior of the authorities when confronted with this phenomenon. Last week in Germany’s highly reliable Sueddeutsche Zeitung there was a report about the district attorney of Dusseldorf who had six neo-Nazis arrested after they attacked three other Germans who looks they didn’t like – and don’t you just love it,” she added parenthetically, “the way Nazis always attack in groups? The scum are afraid to go one on one with their victims. Anyway, two of the three victims in Dusseldorf were so brutally beaten they had to be hospitalized. The third managed to run away. And what did the district attorney do? Why of course –“ and here her grim smile seemed shot through with irony and sarcasm “– of course he did what any rational district attorney in Germany would do. He released the six neo-Nazis on bail and threatened two of the victims with coercive detention. Why? Because they refused to give him the name of the third victim, who was terrified he would be attacked again by one of the six thugs now running around free.”

She removed the cassette from the video recorder as she said, “Look. Germany has a problem that it simply will not confront. Do you know what the mother of the boy Joseph said recently, the mother of the child who was killed by neo-Nazis in Sebnitz? She said she doesn’t care what the government says about her. She doesn’t care how much it tries to portray her as some crazy woman who cannot accept the death of her son. She is determined to keep fighting for justice, for the rest of her life if necessary. ‘Hardly anyone believes me,’ she said during a recent conversation, ‘when I tell them other children in eastern Germany have been killed for the same reasons my son was killed. But I would feel responsible for their deaths and the deaths of other children that might occur in the future, if I did not do everything I could to show what really happened to my son, and to bring his killers to justice.’”

There was a kind of terrible determination in Anne-Marie’s aristocratic features as she added, “Yes, the future does belong to us – not to them.”

Could be. Maybe. What do I know? Politics in Germany is a complete mystery to me. I write only what I hear.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Düsseldorf, den 1. Juni 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

„‚Die Zukunft gehört uns!’ brüllt Hitler in Leni Riefenstahls Dokumentarfilm über den NSDAP-Parteitag im Jahr 1934 in Nürnberg. Und bei der CDU-Parteikonferenz am 1.7.2001 in Berlin, schrie auch Frank Steffel, der frisch gebackene christdemokratische Oberbürgermeisterkandidat, ‚Die Zukunft gehört uns!’“

„Das glaube ich nicht“, sagte Dietrich.

„Schaff Dir eine Videokassette des Film von Riefenstahl an. Dann wirst Du sehen“, erwiderte Anne-Marie.

„Du wießt schon, was ich meine“, sagte Dietrich. „Ich glaube nicht, dass ein CDU-Politiker heute so dumm wäre, um so einen Ausdruck zu verwenden.“

Anne-Marie streckte den Arm nach unten aus und setzte eine Kassette in den Videorekorder ein, der neben ihrem Sessel war. Am Bildschirm des Fernsehers erschien der Titel der Tagesschau vom 1.7.2001. Anne-Marie spulte das Videoband vor, bis wir das Bild von Frank Steffel hinter einem Lesepult sahen, und dann ließ sie das Band mit normalen Geschwindigkeit spielen. Steffels Augen glühten. „Die Zukunft gehört uns“, schrie er aufgeregt. Das Publikum jubelte.

„Na und?“ sagte Dietrich, als ob er sich in übertriebener Weise rechtfertigen wollte. „Wofür ist das der Beweis? Oder glaubst Du, dass die Nazis immer noch gesund und munter und Mitglieder der CDU sind?“

„Nein, natürlich nicht“, sagte Anne-Marie mit Geduld, als ob sie mit einem Kind sprach, „aber diese Aussage zeigt, dass die CDU vor nichts zurückschrecken wird, um die Stimme gewisser Wähler zu beeinflussen“. Sie beugte sich vor und schaute uns alle mit ungewöhnlicher Intensität an. „Die EU erteilte vor ein paar Tagen einen Bericht, in dem es eine Beschreibung davon gab, inwieweit der Rechtsextremismus und Antisemitismus noch einmal zu einem Problem in Deutschland wird. Dann natürlich führten die Christdemokraten ihren bekanntesten jüdischen Angehörigen vor, damit er den Bericht sofort abweisen konnte. Das Problem der Rechtsradikalen aber wird nicht so leicht gelöst werden. Eine solche Aussage seitens der CDU wird auch nicht das Problem damit lösen, dass die Behörden in Deutschland sich immer sehr seltsam benehmen, als sie sich mit dem Rechtsradikalismus konfrontiert sehen. Letzte Woche in der Süddeutschen Zeitung stand ein Bericht über den Staatsanwalt Düsseldorf, der sechs Neonazis verhaften ließ, nachdem diese drei andere Deutsche auf offener Straße angegriffen hatten, die den Neonazis bloß nicht gefielen“. Sie hielt inne. „Übrigens, ist es nicht interessant, wie die Nazis immer scharenweise angreifen? Dieser Abschaum hat Angst davor, mit anderen Menschen einzeln zu kämpfen“. Ein etwas bitteres und flüchtiges Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. „Auf jeden Fall“, fuhr sie fort, „wurden zwei von diesen drei Opfern aus Düsseldorf so brutal geprügelt, dass sie ins Krankenhaus mussten. Das dritte Opfer konnte entlaufen. Und was tat der Staatsanwalt? Aber natürlich –“ und hier schien ihr grimmiges Lächeln ganz ironisch und sarkastisch zu sein „– natürlich tat er das, was alle vernünftige Staatsanwälte in Deutschland tun würden. Er ließ die Neonazis gegen Kaution frei und drohte zwei von den Opfern mit Beugehaft. Und warum Beugehaft? Weil diese lehnten ab, ihm den Namen des dritten Opfers zu verraten, das Angst hatte, dass es von einem der sechs Schläger noch einmal angegriffen werden würde, die jetzt frei herumlaufen“.

Sie nahm die Kassette aus dem Videorekorder heraus und sagte uns, „Schaut mal. Deutschland hat ein Problem, mit dem es sich einfach nicht befassen will. Wisst Ihr das, was die Mutter von dem Kind Joseph mir neulich gesagt hat, die Mutter des Kindes, das in Sebnitz von Neonazis getötet wurde? Sie sagte, es sei ihr egal, was die Regierung über sie sagen mag. Es sei ihr egal, wie oft die Regierung versucht, sie als irgendeine verrückte Frau zu schildern, die den Tod ihres Kindes nicht akzeptieren kann. Sie ist fest entschlossen, um die Gerechtigkeit weiterzukämpfen, ihr ganzes Leben lang, falls nötig. ‚Vielleicht wollen nur wenige Leute mir glauben’, sagte sie neulich im Laufe eines Gespräches, ‚als ich ihnen sage, dass auch andere Kinder in Ostdeutschland aus demselben Grund getötet wurden, aus dem mein Sohn ermordet wurde. Aber ich würde mich für den Tod dieser und anderer Kinder, die zukünftig gekillt werden könnten, verantwortlich fühlen, wenn ich nicht alles unternehmen würde, um das zu beweisen, was wirklich meinem Sohn passierte, und um seine Mörder vor Gericht zu bringen.’“

Anne-Maries aristokratische Gesichtszüge erschienen irgendwie furchtbar entschlossen, als sie sagte, „Ja, man hat Recht: Die Zukunft gehört uns – aber uns und nicht ihnen“.

Kann sein. Vielleicht. Was weiß ich? Die deutsche Politik ist mir ein totales Rätsel. Ich schreibe nur das, was ich höre.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

E-Mail:  rjbennett at post.harvard.edu

E-Mail:  majoskant at t-online.de

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Letter from Munich 316

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 316

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 25 May 2007

(Republication of an earlier letter)

Dear Mr. Graf, dear friends,

The discussion turned out to be a grudge match, with each side throwing its worst accusations against the other:

“The PDS – the successor to the East German communist party – accuses us of having bankrupted Berlin”, said Heinrich, a Christian Democrat. “They’re enraged because the money the Berlin city government owes is equal to the national debt of a certain whole countries. If just the interest payments on that debt could be set aside for a week, they say, it would be enough to overhaul and refit all the crumbling school buildings you find everywhere in the city.”

Berlin is in fact a kind of Potemkin village, its critics say, where the opulence of the new federal chancellery or the buildings of Potsdamer Platz hide the rotten condition of the apartments that many people even in the western part of the city have to live in.

Someone said later that Heinrich appeared so outraged, with his eyes staring fixedly at Sarah and his thick lips almost permanently curled into a sneer, that she wouldn’t have been much surprised if he’d started foaming at the mouth. “What did the communists leave us with in Berlin?” he asked. “A city of flowering landscapes? We’ve had to spend billions cleaning up the mess you left us with, billions to bring Berlin up to the standards you would expect of the capital of a developed country.”

“Helmut Kohl didn’t have to persuade everybody to move the capital from Bonn,” Sarah replied quietly, with that intensity in her voice that articulate, brilliant young women always seem to have. “That’s where some of your billions went. He didn’t have to sink millions into that monstrosity of a chancellery, a building that exceeds the symptoms of megalomania that a Roman emperor or an Egyptian pharaoh might exhibit. Nor did Kohl have to allow the Christian Democrats to install their friends in positions in municipal banks and other organizations that allowed them to bilk the city of still more billions. Ten years after the collapse of East Germany, you can’t blame us for the financial disaster in Berlin.”

Heinrich, usually among the most articulate of men, was caught off guard and remained speechless during a split-second pause in Sarah’s stream accusations. “But there are other things about Germany that fill me with outrage and indignation. And again, as others have said before, they all seem to be associated with the murder of the boy Joseph in Sebnitz. Just as Neo-Nazis, advocates of the old ideas, killed Joseph, and advocates of other old ideas have killed the hopes of a better future for many Germans.”

Her indignation and suppressed fury made such an impression on us all, even on Heinrich now, that not even he tried to interrupt. “And yes, Helmut Kohl,” Sarah went on, “our dear Helmut is out campaigning for the Christian-Democrat mayoral candidate in Berlin, at a time when Kohl should be in jail for his campaign finance scandal and other crimes. In any country but Germany – or some dictatorial banana republic – Kohl would have long ago been prosecuted and forced to tell where he got his slush fund from and who destroyed the records in the Chancellor’s office the night before he left.”

Sarah had cleared the field of opposition now, and when no one spoke up to oppose her, she continued, “And yes, we all know that Helmut Kohl is free now, despite his crimes. We all know that the district attorney allowed him to simply pay a find and avoid having a criminal record.” And here she lowered her voice, as though fighting back the urge to cry out. “And at the same time that Helmut Kohl is free and has no criminal record, do you know who still DOES have a criminal record in Germany? Thousands of German former soldiers who deserted the Wehrmacht during World War Two. These men are considered felons. And the ones who went on fighting for Hitler until they were ordered to stop? Ah, those good Germans are rewarded for their obedience to Hitler. They’re all receiving fat pensions. And none of them, of course, have been deprived of their rights as citizens, which of course is not quite the case with the deserters”.

I don’t know. I’ve heard things like that on German television. But surely that couldn’t be true. Surely not in Germany. This land of “Denker und Dichter” – thinkers and poets. Or am I being naïve?

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 25. Mai 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

eigentlich war es kein Gespräch, sondern ein echter Streit der Meinungen, und jede Seite brachte die schlimmsten Anschuldigungen gegen die andere vor.

„Die PDS beschuldigt uns, Berlin bankrott gemacht zu haben“, sagte Heinrich, ein CDU-Mitglied. „Sie sind wütend, weil der Stadtstaat Berlin liegt jetzt im Schuldenspiegel gleichauf mit gewissen Nationalstaaten. Man sagt, wenn die Zinszahlung nur eine Woche lang eingestellt werden würden, hätte die Stadt Geld genug, um all die zerbröckelnden Schulgebäude, die man überall in der Stadt sieht, zu sanieren“.

Berlin sei einfach ein potemkinsches Dorf, sagen diejenigen, die die Stadt kritisieren wollen. Es sei eine Stadt, wo der Luxus des neuen Bundeskanzleramts oder die Gebäude am Potsdamer Platz den schrecklichen Zustand der Wohnungen versteckt, in denen viele Menschen sogar im Westteil der Stadt ihr Leben führen müssen.

Später sagte mir eine Bekannte, dass Heinrich so empört zu sein schien, als er mit einem höhnischen Gesichtsausdruck und hervortretenden Augen seine Gesprächspartnerin Sarah anstarrte, dass es keine große Überraschung gewesen wäre, wenn er angefangen hätte, vor Wut zu schäumen. „Was habe die Kommunisten in Berlin hinterlassen?“ fragte Heinrich. „Eine blühende Landschaft? Wir mussten Milliarden ausgeben, um den Schmutz, den Ihr zurückließt, wegzuräumen, Milliarden um den Zustand Berlins zu verbessern, damit er der Hauptstadt eines entwickelten Landes angemessen sein könnte“.

„Niemand hat Helmut Kohl gezwungen, alle zu überzeugen, dass die Bundesregierung von Bonn nach Berlin versetzt werden sollte“, erwiderte Sarah leise, aber mit dieser Intensität in ihrer Stimme, die redegewandte, geniale junge Frauen immer zu haben scheinen. „Das war der Zweck, wofür eure Milliarden ausgegeben worden sind. Niemand hat Kohl gezwungen, Millionen dadurch zu vergeuden, dass er diese Ungeheuerlichkeit von einem Bundeskanzleramt bauen ließ. Ja, dieses Gebäude ist unglaublich schön, oder? Oder soll ich sagen, dass es nur unglaublich sei? Diese Monstrosität übersteigt die Symptome von Megalomanie, die ein römischer Kaiser oder ein ägyptischer Pharao zeigen könnte. Auch hat niemand Kohl gezwungen, den Christdemokraten es zu erlauben, dass ihre Freunde in Berliner Stadtkassen und in andere Organisationen installiert werden sollten, damit sie die Stadt um noch mehr Billionen betrügen könnten. Zehn Jahre nach der Wende, können Sie nicht uns von der PDS daran die Schuld geben, dass es in Berlin eine finanzielle Katastrophe gibt“.

Heinrich, der normalerweise äußerst redegewandt ist, wurde überrascht und während einer Pause im Strom von Sarahs Beschuldigungen blieb sprachlos. „Aber wo es um Deutschland geht, gibt es andere Dinge, die mir Wut und Empörung einflößen. Und noch einmal sage ich, wie andere vor mir gesagt haben, dass all diese Dinge scheinen, irgendeine symbolische Verbindung mit dem Kind Joseph zu haben, der in Sebnitz ermordet wurde. Ich meine, genauso wie Neo-Nazis, Befürworter der alten Ideen, Joseph ermordeten, haben Befürworter anderer alten Ideen die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für viele Deutsche auch ermordeten“.

Ihre Empörung und verbissene Wut so imponierten uns alle, dass sogar Heinrich versuchte nicht, Sarah zu unterbrechen. „Und ja, Helmut Kohl”, fuhr Sarah fort, “unser liebe Helmut torkelt Berlin herum und führt seine eigene Wahlkampagne für den Oberbürgermeisterkandidat der CDU, zu einer Zeit, wo Kohl eigentlich im Gefängnis sitzen sollte, wegen seines Spendenskandals und seiner anderen Verbrechen. In allen anderen Ländern mit Ausnahme von Deutschland – oder von irgendeiner Bananarepublik – wäre Kohl schon vor langer Zeit strafrechtlich verfolgt und dazu gezwungen worden, die Quelle der illegalen Spenden zu erklären und die Identität des Menschen zu verraten, der die Akten in Kohls Bundeskanzleramt vernichtete“.

Es schien jetzt, als ob niemand gegen Sarah opponieren wollte, und als niemand sprach, sagte sie, „Und ja, wir wissen alle, dass Helmut Kohl jetzt frei ist, trotz seiner Verbrechen. Wir wissen alle, dass die Bonner Staatsanwaltschaft es erlaubte, dass er einfach ein Bußgeld bezahlen konnte und dadurch hat er vermieden, vorbestraft zu werden“. Und hier senkte Sarah die Stimme, als ob sie einem kräftigen inneren Drang aufzuschreien widerstehen musste. „Und zu derselben Zeit, wo Helmut Kohl frei und nicht vorbestraft ist, wisst Ihr, wer doch vorbestraft in Deutschland bleibt? Tausende von ehemaligen Soldaten, die wahrend des zweiten Weltkrieg desertierten. Diese Männer werden immer noch als Schwerverbrecher betrachtet. Und wie geht es den anderen, denjenigen, die für Hitler weiter kämpften, bis man ihnen aufzhören befahl? Meine Freunde, diese guten Deutschen werden jetzt dafür belohnt, dass sie Hitler treu blieben. Sie alle bekommen eine üppige Rente und bleiben im Besitz all ihrer Bürgerrechte“.

Ich weiß nicht. Ich habe so etwas in Deutschland schon oft ferngesehen. Aber das kann doch gar nicht stimmen, oder? Nicht in Deutschland. Nicht in dem Land der Denker und Dichter. Oder bin ich naiv?

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

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Letter from Munich 315

ø

Letter from Munich – the Joseph Affair – 315

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 18 May 2007

(Republication of an earlier letter)

Dear Mr. Graf, dear friends,

A continuation of the letter from last week:

“All right,” one young man asked, “so the bank scandal in Berlin has been papered over by the Berling district attorney, and the few bank officials who were fined were reimbursed by the bank itself. And the only thing that happened to the chief culprit, Klaus Landowsky, was that he resigned his post with the Christian Democrats. So the Berlin district attorney is in the CDU’s pocket. But nowhere else in Germany do such things happen.”

I thought for a moment that Carlotta would lose her patrician composure. “Nowhere ELSE? The Bonn disrict attorney allows Helmut Kohl to get away with the greatest consitutional crimes since the end of the Third Reich. Then – even in the face of tremendous public outrage – the Bonn district attorney suspends its investigation of the destruction of thousands of government documents. The destruction was carried out by Kohl’s office on the eve of the transfer of power after the last election. It involved papers dealing with the Leuna affair, part of the incredible Elf-Aquitaine scandal that the French government is at least starting to look into. But – ah, my friends – do you really think such activities in the great Federal Republic of Germany are confined to Bonn and Berlin?”

“This is outrageous. I won’t listen to it. It’s an insult to me and everything I believe in,” said one of the older male guests, with Prussian uprightness, as he strode from the room.

“I never expect my guests to agree with me,” said Carlotta quietly. “But the fact of the matter is that the list of questionable activities on the part of the district attorneys here goes on. The district attorney in Augsburg ‘loses’ a computer hard disk with information relating to its investigation of Max Strauss, scion of Bavaria’s most powerful political dynasty, and again the investigation dies a slow death. And in Munich,” she added with a laugh, “in Munich, no investigation by the district attorney or even the opposition political party into the LWS scandal and Bavarian Prime Minister Edmund Stoiber even gets off the ground.”

At this point, I too was shocked. How could Carlotta even think of criticizing Edmund Stoiber, the greatest Prime Minister Bavaria has ever seen, and the man likely to be Germany’s next Chancellor? But I said nothing.

“District attorneys in Germany,” said Carlotta, “aren’t exactly bought and paid for, but they know what’s expected of them. Look at Sebnitz, where the boy Joseph was murdered. Look how that investigation has been handled. The district attorney responsible knew what the Prime Minister of Saxony, Kurt Biedenkopf, wanted, and he gave it to him. Now the victims – the dead child’s parents – and not the perpetrators of the crime, are the object of the government’s prosecutorial fervor.”

We heard the Prussian gentleman’s car starting in the courtyard outside, and then the crunching sound of tires on gravel as his chauffeur turned the car around and started down the tree-lined mountain road from Carlotta’s home.

“And that,” Carlotta added with finality, “that is the country that is going to lead us all into the bright, new future of European union? It’s surely only a coincidence that it happened at this particular time, but it’s hardly a surprise that the Irish voted the way they did in their referendum on the treaty of Nice.”

Could be. I don’t know. I really know so little about politics.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Alle Briefe aus München sind abrufbar:

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Düsseldorf, den 18. Mai 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Die Fortsetzung des Briefes der letzten Woche:

„Na gut“, sagte ein junger Mann, „aber dieser jetzige Skandal wurde vom Berliner Staatsanwalt übertüncht, und die paar Bankfunktionäre, die ein Bußgeld bezahlen mussten, wurden dafür durch die Bank entschädigt. Und das einzige, was dem Haupttäter, Klaus Landowsky, passierte, war, dass er seine CDU-Stellung kündigen musste. Also hat die CDU den Berliner Staatsanwalt in der Tasche. Na und? Das ist in Deutschland nur ein Einzelfall.“

Einen Augenblick lang dachte ich, dass Carlotta die patrizierartige Fassung verlieren würde. „Ein Einzelfall? Der Bonner Staatsanwalt erlaubt es, dass Helmut Kohl mit den größten verfassungsfeindlichen Verbrechen seit dem Ende des Dritten Reiches fast ungestraft davonkommt. Dann – trotz ungeheurer Empörung seitens der Öffentlichkeit – stellt der Bonner Staatsanwalt seine Ermittlungen gegen den ‚Unbekannten’ ein, der für die Vernichtung Millionen von Aktenseiten in Kohls Bundeskanzleramt verantwortlich war. Diese Aktenseiten wurden nach der letzten Bundestagswahl, am Tag vor der Verlegung der Macht an die Schröder-Regierung, vernichtet. Ihr wisst alle, dass diese Seiten sich um die Leuna-Raffinerie-Affäre, ein Teil des unglaublichen Elf-Aquitaine-Skandals, handelten, des Skandals, den die französische Regierung endlich untersucht. Aber meine liebe Freunde, glaubt ihr, dass solche Aktivitäten in der mächtigen Bundesrepublik Deutschland auf Bonn und Berlin beschränkt werden?“

„Dies ist eine Unverschämtheit!“ sagte einer der älteren Gäste. „Ich will nicht einer solchen Sache zuhören. Es ist mir – und allem, woran ich glaube – eine Beleidigung“. Dann mit preußischer Rechtschaffenheit stand er auf und ging von uns weg.

„Ich erwarte es nie“, sagte Carlotta leise, „dass meine Gäste derselben Meinung sind, wie ich. Die Tatsache aber ist, dass die Liste der fragwürdigen Aktivitäten seitens der deutschen Staatsanwälte sehr, sehr läng ist. Der Staatsanwalt in Augsburg‚ zum Beispiel, ‚verliert’ eine Festplatte mit Auskünften, die mit der Ermittlung gegen Max Strauss zu tun hat. Und dann gerät die Ermittlung, wie üblich in solchen Fällen in Deutschland, in Vergessenheit. Und in München“, fügte sie mit einem Lachen hinzu, „in München, keine Ermittlung der Staatsanwaltschaft oder der Opposition gegen Stoiber wegen des LWS-Skandals kann sogar beginnen, konkrete Gestalt anzunehmen“.

Jetzt war ich auch schockiert. Wie konnte Carlotta mit dem Gedanken spielen, Edmund Stoiber zu kritisieren, den größten Ministerpräsidenten, den die Bayern je gehabt haben, den Mann, der nächstes Jahr höchstwahrscheinlich zum Bundeskanzler gewählt werden wird? Ich war so schockiert, dass ich nichts sagte.

„Deutsche Staatsanwälte sind nicht ganz genau bestechlich“, sagte Carlotta, „aber sie wissen das, was man von ihnen erwartet. Nehmen wir das Beispiel von Sebnitz, wo das Kind Joseph ermordet worden ist. Denkt daran, wie die Ermittlungen ausgeführt wurden. Der zuständige Staatsanwalt wusste das, was Biedenkopf wollte, und er gab es ihm. Jetzt sind es die Opfer – die Eltern des Kindes – und nicht die Täter, die die Staatsanwaltschaft mit großer Begeisterung strafrechtlich verfolgt“.

Wir hörten das Auto des preußischen Herrn im Hof anspringen und dann den Kies unter den Rädern knirschen, als der Chauffeur fing an, zum Ende der langen, von Bäumen gesäumten Gebirgstrasse, die von Carlottas Haus führte, herunterzufahren.

„Und das“, fügte Carlotta mit Entschiedenheit hinzu, „das ist das Land, das uns alle in die glänzende, neue Zukunft der europäischen Einigkeit führen wird? Es ist sicher nur ein Zufall, dass es ausgerechnet jetzt passierte, aber es ist kaum eine Überraschung, dass die Iren vor zwei Wochen gegen den Vertrag von Nizza stimmten“.

Kann sein. Was weiß ich? Ich habe nicht viel Ahnung von Politik.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

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