A Novel of Harvard

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24 January 2021

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über die Links am rechten Rand dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Part 2, Chapter 28

“There was a touch of insanity in the proceeding, a sense of lugubrious drollery….”
–Joseph Conrad
Heart of Darkness

“Es lag ein Hauch von Wahnsinn in dem Verfahren, ein Gefühl von düsterer Skurrilität….”
–Joseph Conrad
Herz der Finsternis

Nachdem Johnson am Nachmittag gegangen war, wurde David sehr bewusst, dass er in einem Lager mit fünfzehnhundert afrikanischen Flüchtlingen einer von nur drei “Europäern” war. Die anderen beiden waren eine englische Sozialarbeiterin namens Rachel und eine amerikanische Krankenschwester namens Susan. Das strohgedeckte Haus, das die Frauen ihr Zuhause nannten, war nicht weit von Davids eigenem entfernt.

Die einzigen anderen Europäer in der Gegend waren die Priester und der Bruder in der Mission anderthalb Kilometer entfernt. Es gab kein Telefon – oder irgendeine andere Art von Kommunikationsausrüstung – in einem Radius von fünfzig Kilometern um das Lager. Es gab keine Möglichkeit, im Notfall einen Außenposten der Polizei zu kontaktieren, außer durch das Senden einer schriftlichen Nachricht.

Der nächstgelegene solche Außenposten befand sich im Bezirksamt der Regierung, normalerweise etwa eine Stunde mit dem Landrover entfernt. Aber es war Regenzeit, und es gab keine Möglichkeit, mit dem Landrover über den Fluss zu fahren, der zwischen dem Flüchtlingslager und dem Bezirksamt verlief. Wenn David die Polizei oder das Bezirksamt besuchen wollte, musste er ihnen ein oder zwei Tage im Voraus eine Nachricht schicken und hoffen, dass sie den Landrover schicken konnten, um ihn auf der anderen Seite des Flusses zu treffen, den er in einem kleinen Boot überqueren würde.

David erkannte, dass, wenn es einen echten Notfall im Lager gab, er auf sich allein gestellt war. Es kam ihm jedoch nie wirklich in den Sinn, dass es jemals ein ernsthaftes Problem geben könnte, das die Intervention der bewaffneten Polizei erfordert. Er hatte keine eigene Waffe und er hätte nicht mehr daran gedacht, nach einer zu fragen, als nach einem nuklearen Sprengkopf zu fragen.

In dem, was reifere Menschen als eine Art pubertäre Dummheit erkennen werden, fühlte David dieses vertraute Gefühl von Abenteuer in einer Situation, die ihm vielleicht zumindest etwas Angst hätte machen müssen. Es gab zum Beispiel eine Gruppe von Flüchtlingen, die entschlossen waren, um jeden Preis, notfalls auch mit Gewalt, in ihre Heimat in Ruanda zurückzukehren. Johnson hatte ihm von dieser Gruppe erzählt, sagte aber, dass sie noch kein wirkliches Problem darstellten, weil sie keine Waffen besäßen. (Der Teil des Satzes, den David tatsächlich hörte, endete mit den Worten “kein wirkliches Problem”.) Johnson hatte philosophisch hinzugefügt, dass die Existenz dieses Elements, dieser Gruppe, unter den Flüchtlingen schließlich nicht sehr überraschend sei, da das, was für viele Flüchtlinge überall im Vordergrund stehe, die Rückkehr in ihr eigenes Land sei.

Zufällig war der Anführer dieser militanten Gruppe auch der Afrikaner, den Johnson im täglichen Betrieb des Lagers benutzt — oder vielleicht manipuliert — hatte, obwohl es in solchen Situationen manchmal unklar sein kann, wer wen benutzt oder manipuliert.

Dieser Führer hieß Kambanda, und er war bei weitem der einflussreichste Afrikaner unter den Flüchtlingen, die alle Watusi waren. Kambanda wirkte immer äußerst ernst, manche sogar bedrohlich. In den Monaten, in denen David ihn kannte, sah David ihn nie lächeln.

Wie die meisten Watusi war Kambanda extrem groß, und er bewegte sich mit einer Art majestätischer Anmut. Johnson war in der Lage gewesen, eine Beziehung zu ihm aufzubauen, die wirklich eine Miniaturversion des britischen Kolonialsystems indirekter Herrschaft war, jener berühmten Methode der Kontrolle, in der indigene Führer von den Briten benutzt wurden, um indigene Völker zu regieren, während die Briten mehr oder weniger hinter den Kulissen agieren konnten.

An dem Tag, an dem er im Lager ankam, hatte David aufmerksam allem zugehört, was Johnson zu sagen hatte. David war nicht allzu besorgt über die Situation im Lager gewesen, hauptsächlich weil er angefangen hatte zu erwarten, dass er einfach das System, das Johnson geschaffen hatte, übernehmen und das Lager so führen könnte, wie Johnson es getan hatte. Wie sich jedoch herausstellte, hatte Kambanda andere Ideen.

(Fortsetzung folgt.)

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