A Novel of Harvard

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4 December 2020

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über die Links am rechten Rand dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 2, Kapitel 25

“’Sie wissen wohl nichts über Walfang?’
‘Nichts, mein Herr; aber ich habe keinen Zweifel, dass ich bald lernen werde.’”
–Herman Melville
Moby Dick

Nachdem David und Simon in Bukoba angekommen waren, wartete Simon am Dock mit den Kisten mit Haushaltsgegenständen, während David seine Sachen im Hotel zurückließ und sich beim Provinzhauptquartier meldete. Man hatte ihm gesagt, er solle Donald Welles sehen, der ihm die Einzelheiten seiner neuen Aufgabe mitteilen würde.

Es war am späten Nachmittag, als er in Welles’ Büro eintraf. David hielt ihn für einen überraschend jungen Mann, und der erste Gedanke, den er hatte, war, wie schön es war, dass Welles in so jungem Alter Provinzkommissar geworden war. Dann erkannte David, dass Welles, wie alle anderen Kolonialverwalter, seine Karriere nicht begann, sondern im neuen Klima der Unabhängigkeit Tanganjikas endete.

Er war ein enthusiastischer Mann, voller Energie, die ganz anders war als die Ruhe und Gelassenheit, die Harrison immer gezeigt hatte, und doch schien er auch kompetent und intelligent, wie Harrison. Er stellte David ein paar Fragen über seine Arbeit in Dodoma, und David erzählte ihm alles, was er wissen wollte, im Detail. Sie sprachen mehrere Stunden lang, zuerst in Welles’ Büro, dann in seinem Haus, und dann beim Abendessen im örtlichen Eisenbahnhotel-Restaurant, das in der Kolonialzeit immer das beste Restaurant in jeder Stadt war, die von der Eisenbahn bedient wurde. David erzählte Welles von der Arbeit, die er in Dodoma geleistet hatte, in immer größerem Detail, und Welles schien enorm interessiert zu sein. Und weil David so jung und so unsicher war, fühlte er sich gut, mit jemandem zu sprechen, der eifrig zu hören schien, was er getan hatte und erreicht hatte.

Welles redete jedoch mit unbestimmten Worten darüber, welche Art von Arbeit David in dem ihm zugewiesenen Flüchtlingslager erwarten würde. Wenn David älter gewesen wäre, hätte diese Unbestimmtheit vielleicht Alarmglocken geläutet, aber er war immer noch ein sehr unerfahrener junger Mann, und er konnte nicht glauben, dass ihn jemand – außer seiner unglücklichen Mutter und seinem Stiefvater – jemals wissentlich in eine Position bringen würde wo er Schaden nehmen könnte.

Als sie das Gespräch beendet hatten, sagte Welles zu David, er solle seine Sachen am nächsten Morgen um acht Uhr ins Provinzhauptquartier bringen. Ein Landrover und ein Fahrer wären bereit, ihn in das Flüchtlingslager in Rulenge zu bringen, zweihundert Meilen westlich.

Er hatte nicht erwartet, dass die Reise sehr lange dauern würde. Er hatte irgendwie angenommen, dass die Straße wie die zwischen Dodoma und Dar es Salaam sein würde, unbefestigt, aber breit, gut gepflegt und sehr schnell. Sechs Stunden nach dem Verlassen von Bukoba hatten sie jedoch nur etwa hundert Meilen auf dem Feldweg durch den Busch zurückgelegt, der als Straße diente.

Es war bereits dunkel, als der Landrover schließlich bei der katholischen Mission eintraf, die etwa eine Meile vom Flüchtlingslager entfernt lag. David war angewiesen worden, dort zu übernachten, also klingelte er und half Simon, alles aus dem Fahrzeug auszuladen. Fast in dem Moment, als sie fertig waren, schlug der Fahrer des Landrovers alle Türen zu, startete seinen Motor und fuhr mit halsbrecherischer Geschwindigkeit davon. Jedes Gefühl der Beunruhigung, das David dies hätte vermitteln können – jedes Gefühl, in einer dunklen Einöde am Ende der Welt ausgesetzt zu sein – wurde durch Erschöpfung und Hunger getrübt. Dieses Gefühl wurde auch fast ausgelöscht durch die zwölf Stunden, in denen er in einem Landrover herumgeschleudert wurde, der auf einer Straße fuhr, die weniger eine Straße als ein langer Streifen mit Schlaglöchern war, der durch den Busch verlief.

David stand vor dem Haupttor der Mission und schloss für einen Moment die Augen.

“Lieber Gott, an all das kann ich jetzt nicht denken”, wiederholte er immer wieder vor sich hin, während er darauf wartete, dass jemand die Türklingel beantwortet und die Tür öffnet.

(Fortsetzung folgt.)

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