A Novel of Harvard

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25 March 2019

Note: When I began writing what is in the end a very autobiographical novel, I thought it would be obvious that the story is being told by what is known technically as an “unreliable narrator.” I thought such a narrator would elicit more understanding of David, the story’s main character.

Unfortunately, I was wrong. It has not been obvious at all to many readers that the narrator is unreliable. They tend to identify the author with narrator. In fact, the author should be identified with David.

The narrator is meant to represent all those people whose views of David were misguided, obtuse, selfish, and ignorant.

The narrator can indeed be disliked and even despised because of the way he sees David, but the author does not see things the way the narrator does. The author did, however, once experience and think and see things as David does. In very many respects, in fact, this is still true.

I suppose a better writer would not have to explain all this.


(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)


(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)



Teil 1, Kapitel 27

“…(W)elch ein wunderliches Wesen der Mensch ist, dass er dasjenige, was er mit Sicherheit und Bequemlichkeit in guter Gesellschaft genießen könnte, sich oft unbequem und gefährlich macht, bloß aus der Grille, die Welt und ihren Inhalt sich auf seine besondere Weise zuzueignen“.
–Goethe
Italienische Reise

Eines Tages, kurz nach dem Gespräch mit Peter, wurde David von Tom Stafford, der Projektberater, in sein Büro gerufen. Tom bat ihn, sich zu setzen und dann sah auf einige Papiere hinunter, die vor ihm auf seinem Schreibtisch lagen.

“Ich bin nicht sicher, wie ich dir das sagen soll, aber ich fürchte, es gibt ein kleines Problem”, sagte er zu ihm.

David spürte, wie das gewohnte Gewicht der Angst anfing, sich auf seine Schultern zu drücken.

“Wusstest du”, fragte Tom, “dass deine Eltern über deine Teilnahme an dem Projekt an die Universität geschrieben hatten?”

„An die Universität?“ Das Gewicht war jetzt schwerer als je zuvor und erzeugte das vertraute Gefühl von Unterdrückung und Gefangenschaft. „Wem haben sie den Brief geschickt?”

„Zum Präsidenten.”

David hatte das Gefühl, dass sich alles im Raum leicht verschoben hatte, als hätte sich die Realität spürbar verändert. „Zum Präsidenten – von Harvard?”, sagte er. Der Stuhl, in dem er saß, knarrte und er bemerkte, dass er die hölzernen Arme dieses Stuhls sehr fest umklammerte.

„Ja”, sagte Tom. „Der Brief wurde an mich weitergeleitet, weil ich Projektberater bin. Deine Eltern befürchten, dass deine Arbeit mit uns zu viel Zeit in Anspruch nimmt.“

Es gab ein Erstickungsgefühl und die Luft im Raum wurde sehr warm. David schaute für einen Moment aus dem Fenster und dachte zu sich selbst: „Warum machen sie das? Warum gerade machen sie es? Ich musste neunzehn Jahre lang ohne Hilfe von jemandem auskommen. Niemand interessierte sich wirklich für das, was mit mir geschah. Sicher nicht mein Vater oder meine Mutter oder mein Stiefvater. Jetzt behandeln sie mich plötzlich so, als wäre ich völlig unfähig, etwas zu tun, als wäre ich eine Art Idiot oder Invalide. Gibt es ihnen ein Gefühl der Macht, wenn sie sich so verhalten? Die Hilfe, die ich wirklich brauche, lehnen sie ab. und die ,Hilfe‘, die sie mir geben, stört nur meine Arbeit und mein Studium. Ich bin selbst in Harvard gekommen, durch meine eigenen Bemühungen und wegen meines eigenen Erfolges im Studium, ohne Hilfe oder Ermutigung von ihnen. In der Tat haben sie mich sogar verspottet, als ich ihnen erzählte, dass ich nach Harvard gehen wollte. Und jetzt glauben sie, dass sie an den Präsidenten von Harvard schreiben müssen, um mich zu ,schützen‘, damit ich nicht zu viel Zeit mit anderen Dingen als meinem Studium verbrachte?”

David sah Tom an, der ihn mit einem seltsam traurigen Gesichtsausdruck zu studieren schien. „Ich weiß nicht, warum meine Eltern das tun”, sagte David. „Im letzten Semester waren meine Noten sehr gut. Ich habe mein Studium immer gut gemacht. Ich musste es gut machen, weil es sonst niemanden gab, auf den ich mich verlassen konnte.” Er hielt seine Hand vor seine Augen. „Es war nicht nötig, einen solchen Brief zu schreiben.”

„In Ordnung“, sagte Tom. „Ich glaube, ich verstehe die Situation. Mach dir keine Sorgen darüber.”

David wusste, dass Tom etwas Beruhigendes sagen wollte, aber von diesem Moment an war das Gefühl der Unterdrückung immer in seinem Kopf vorhanden und er wusste nicht, was er tun sollte, um sich davon zu befreien. Er hatte gehofft, er könnte bei den Vorbereitungen für die Arbeit in Ostafrika helfen, aber Peter gab ihm plötzlich sehr wenig zu tun. David hatte keinen Kontakt zu den anderen Mitgliedern der Gruppe. Der Grund dafür fiel ihm damals nie ein. Er dachte einfach, Peter glaubte nicht, dass er kompetent war, um zu helfen, wie die anderen Projektmitglieder geholfen hätten. Dieser Gedanke machte ihn sehr traurig.

„Es ist der Brief von deinen Eltern, siehst du das nicht?”, sagte eine der jungen Frauen in der Gruppe schließlich. „Peter hat Angst, das Projekt zu gefährden. Als deine Eltern an den Präsidenten geschrieben haben, hat das Peter erschreckt. Niemand in der Gruppe möchte, dass die Universitätsverwaltung mehr als nötig beteiligt ist — sicherlich nicht das Büro des Präsidenten.”

Wieder einmal hatten es seine Eltern geschafft, ihn von der Welt um ihn herum zu trennen. Wieder einmal hatten sie es geschafft, eine größere Herrschaft über ihn zu erlangen.

David wurde resigniert, was auch immer passieren mag. Er hatte das Gefühl, dass er von Tag zu Tag stapfte. Seine Eltern hatten sich erneut eingemischt, aber er gab sich ein Versprechen, dass sie es nicht mehr lange schaffen würden.

Irgendwie würde er ihnen entkommen.

In der Zwischenzeit beschäftigte er sich immer mehr mit dem Gedanken, dass er auf der Hut sein musste, um sie daran zu hindern, sich weiter einzumischen. Dieses Gefühl von Angst und Wachsamkeit isolierte ihn jedoch subtil, aber gründlich von allen Menschen in seiner Umgebung. Er fühlte sich allein und besorgt. Er hatte das Gefühl, zu keiner Gruppe in Harvard zu gehören. Er war nicht wirklich ein Mitglied von Project Tanganyika. Er war ein Außenseiter; er gehörte nirgendwohin. Aber was auch immer er war und was auch immer mit ihm passierte, er würde nach Afrika gehen. Er war sich dieser Sache sicher.

Eines späten Abends, sehr früh im Frühling, bevor der Frühling wirklich begonnen hat, und gerade zu der Jahreszeit, in der der Winter in New England endlos scheint, ging er mit Adam Roth durch einen Harvard Yard, der jetzt kalt und düster aussah. Adam war der einzige andere Neuling im Projekt. In den wenigen Monaten, in denen David ihn kannte, schien Adam ungewöhnlich aufgeweckt zu sein, und sein Geist enthielt eine Art unauslöschliche Glut. Er war intensiv, artikuliert, manchmal beängstigend ernst – und wie so viele junge Männer dieser Generation letztlich zu intelligent, um zu überleben.

Adam war schon in Afrika gewesen. Er war mit einer Gruppe von Schülern seines Gymnasiums dorthin gegangen. „Ich habe vor, ein Jahr Auszeit zu nehmen. Ich komme nicht hierher zurück nach diesem Sommer in Tanganuika”, sagte er. Er sprach zu David aber er blickte intensiv auf etwas in der Ferne, das nur er sehen konnte.

„Was wirst du tun?”, fragte David.

„Ich werde in Afrika bleiben”, sagte er leise. „Als ich vor zwei Sommern in Salisbury war, fragte ich den Redakteur einer dortigen Zeitung, ob ich für ihn arbeiten könnte, wann immer ich nach Afrika zurückkehrte. Er sagte, ich könnte, also habe ich ihm letzten Monat geschrieben und ihm gesagt, dass ich auf dem Weg bin.”

„Und was hat er geantwortet?”

„Er ist immer noch bereit, mich einzustellen.”

David beneidete Adam mehr als er zugeben konnte. Er beneidete ihn um seine Freiheit oder das, was David als Freiheit schien. Verglichen mit Davids Leben, mit dem fortwährenden Druck und der ständigen Einmischung seiner Eltern und der Angst, die dieser Druck und diese Einmischung auslöste, schien Adams Leben unglaublich frei zu sein. Adams Leben schien David das ganze Potenzial eines Abenteuers zu besitzen, das Davids Leben fehlte und das er so sehr wollte.

(Fortsetzung folgt)

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