A Novel of Harvard

ø

20 May 2018

Note: When I began writing what is in the end a very autobiographical novel, I thought it would be obvious that the story is being told by what is known technically as an “unreliable narrator.” I thought such a narrator would elicit more understanding of David, the story’s main character.

Unfortunately, I was wrong. It has not been obvious at all to many readers that the narrator is unreliable. They tend to identify the author with narrator. In fact, the author should be identified with David.

The narrator is meant to represent all those people whose views of David were misguided, obtuse, selfish, and ignorant.

The narrator can indeed be disliked and even despised because of the way he sees David, but the author does not see things the way the narrator does. The author did, however, once experience and think and see things as David does. In very many respects, in fact, this is still true.

I suppose a better writer would not have to explain all this.


(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)


(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The first chapter of the English version follows, and the entire English version is available through the links on the right side of this page.)



Teil 1, Kapitel 19

“Into our first world, shall we follow
The deception of the thrush? Into our first world,
There they were, dignified, invisible,
Moving without pressure, over the dead leaves,
In the autumn heat, through the vibrant air,
And the bird called, in response to
The unheard music hidden in the shrubbery….”
–T. S. Eliot
Four Quartets

Er wusste nicht, dass ein wirkliches Abenteuer niemals einfach ist, und eine der ersten Härten, denen er begegnete, war, dass die Religion, an die er glaubte, ihn fühlen ließ, dass es einen Teil von sich selbst gab, den er nicht akzeptieren konnte und nicht akzeptieren sollte: das war der Teil, der geneigt war, Unrecht zu tun.

Die Idee, Unrecht zu tun oder Sünde zu begehen, ist für viele Menschen eine lächerliche Idee, weil es für viele Menschen in unserer Zeit so schwer ist zu glauben, dass etwas wie Sünde existiert. Doch als David die Welt um sich herum betrachtete, als er über die Geschichte einiger monströser Jahrhunderte nachdachte, die die Menschheit durchlebt hatte, war es ihm nicht möglich, an der Realität der Sünde in der Welt zu zweifeln.

Er konnte sicherlich eine solche Realität in seiner eigenen Existenz nicht bezweifeln; er konnte nicht daran zweifeln, dass er den Teil von sich selbst ablehnen musste, der geneigt war, das zu tun, was falsch war. Er konnte auch nicht daran zweifeln, als er noch sehr jung war.

Was er jedoch nicht akzeptieren konnte, war kein trivialer, unwichtiger Aspekt seiner Persönlichkeit. Es ging um eine mächtige und flüchtige Kraft, die er zu verwerfen versuchte, was bedeutete, dass er Jahre der Repression und Verleugnung durchziehen musste, abwechselnd mit Jahren des Ausdrucks und einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Weil er diese Jahre niemandem beschreiben konnte, wurden sie Jahre des Alptraums. Niemand außer ihm war sich ihrer wirklich sehr bewusst und niemand außer ihm kümmerte sich sehr um sie.

Der Albtraum war jedoch auch ein Kampf, auf den er stolz war, und dieser Kampf begann, als er etwa zwölf Jahre alt war, als er mit dem Priester redete. Er wusste, wie viele Menschen es gab, die sagen würden, dass alles, was er an diesem Tag tat, war nur Schuldgefühle und Scham zu verinnerlichen und dann diese Gefühle dadurch zu verstärken, dass er sie als Sünde betrachtete und zur Beichte ging. Er würde jedoch darauf hinweisen, dass das, was wirklich passierte, genau das Gegenteil war. Als er sich diesen Gefühlen stellte und sie anerkannte und auch die Tatsache anerkannte, dass er Unrecht getan hatte, hatte er begonnen, die einzige echte Freiheit zu erreichen, die Freiheit, gut zu sein und Gutes zu tun, die Freiheit, frei von Schuld zu sein und frei von den Sünden zu werden, die diese Schuldgefühle verursachten.

Ob wir an Sünde glauben oder nicht, ob wir glauben, dass wir etwas falsch gemacht haben oder nicht, kann es sein, dass Sünde immer Schuld verursacht. Und die Schuld ist auch da, irgendwo in unseren Köpfen, ob wir daran glauben oder nicht.

Als er sehr jung war, fing er an, sich mit all dem zu befassen, mit dem – für ihn jedenfalls – niemals endenden und manchmal schrecklichen Kampf um gut zu sein und um das zu tun, was richtig war. Und er brauchte den größten Teil seines Lebens, um den Prozess des Abschlusses des Kampfes sogar zu beginnen. Es wäre ein Kampf, sah er, der in keiner anderen Welt als dieser weitergehen würde.

Er wusste, dass nicht viele Leute das verstehen könnten, aber er glaubte, dass diejenigen, die es verstanden, Menschen waren, die auch sehen konnten, dass ohne einen Glauben an eine Realität und eine Ethik, die die materielle Welt um uns herum übersteigt, ein Mann langsam absteigen könnte und unaufhaltsam durch eine Reihe von Bedingungen, weiter und weiter weg von all seinen Idealen.

Natürlich war solch ein Denken in der Welt, in der er lebte, nicht sehr modisch. Viele Leute schienen zu glauben, jeder Mensch solle sich selbst “akzeptieren”, wie er war; diese Leute glaubten, dass es mit keinem von uns etwas “Falsches” gäbe, nichts “Falsches” mit irgendeinem Aspekt menschlichen Verhaltens, wenn es keinen offensichtlichen Schaden für andere verursacht.

(Fortsetzung folgt.)
—————————————————————

Log in