A Novel of Harvard

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23 January 2022

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über dieLinks am rechten Rand dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 3, Kapitel 9

“The chief wonder of education is that it does not ruin everybody concerned in it.…Sometimes in afterlife, Adams debated whether in fact it had not ruined him and most of his companions, but disappointment apart, Harvard College was probably less hurtful than any other University then in existence.”
— Henry Adams
The Education of Henry Adams

„Das größte Wunder der Bildung ist, dass sie nicht jeden ruiniert, der an ihr beteiligt ist. …. Manchmal diskutierte Adams im Nachhinein, ob sie ihn und die meisten seiner Freunde nicht ruiniert hatte, aber abgesehen von der Enttäuschung war das Harvard College wahrscheinlich weniger schädlich als jede andere Universität, die es damals gab.”
— Henry Adams
Die Erziehung des Henry Adams

“Also, wie war Afrika?” war eines der ersten Dinge, die Don an diesem Herbstnachmittag zu David sagte. David hatte gerade zum ersten Mal ihr Wohnzimmer im Adams House betreten, und die anfänglichen, jungenhaft begeisterten Begrüßungen waren vorbei. „Hier, setz dich“, sagte Don, räumte ein paar Kleidungsstücke von einem Stuhl und räumte sie weg — indem er sie in eines der Schlafzimmer warf. Das Wohnzimmer war ansonsten recht ordentlich. Es gab einen funktionierenden Kamin mit einem Sofa gegenüber und Sesseln auf beiden Seiten des Sofas. Der Boden war mit Teppich ausgelegt und die eingebauten Bücherregale waren mit Büchern beladen. An den Wänden hingen zwei große Stereolautsprecher.

David lächelte ein wenig, als er sich im Raum umsah. “Afrika war — Afrika war gut”, antwortete er und wandte sich wieder an Don. “Eigentlich vermisse ich es irgendwie. Ich vermisse es manchmal sehr.”

Es herrschte für einen Moment Stille, als Don ihn ansah. Mit Don gab es jedoch nie sehr lange Stille. “Kennst du die Geschichte von den beiden Afrikanern, die sich im Busch treffen?”, fragte er.

David lächelte wieder, vor allem über Dons Fröhlichkeit. Sie konnte oberflächlich wirken, aber irgendwie schien sie gleichzeitig unter der Oberfläche auch eine Tiefe und eine Realität zu haben, auf die die Leute einfach ansprechen mussten. “Nein, habe ich nicht”, sagte David, obwohl er halb ahnte, was für eine Geschichte es wohl sein würde.

“‘Ubangi?’, sagte der eine. ‘Darauf kannst du wetten!’, sagte der andere.”

David lachte unwillkürlich. Trotz der Dummheit des Witzes. Oder vielleicht gerade wegen seiner Dummheit. David wusste, dass es ein dummer Witz war, Don wusste auch, dass es ein dummer Witz war, und jeder von ihnen wusste, dass der andere wusste, dass es ein dummer Witz war. Und das brachte sie nur noch mehr zum Lachen.

Sie hörten einen Moment lang auf zu lachen, sahen sich dann aber an und brachen erneut in Gelächter aus. Dons Eifer, mit den Leuten zu reden und sie zum Lachen zu bringen, verbarg in gewisser Weise seine wirkliche Intelligenz, aber es sollten noch viele Jahre vergehen, bis David das begriff.

In Harvard war Don ihm – und David würde sich eines Tages schämen, sich daran zu erinnern – nur ein glücklicher und oberflächlicher Arbeitsgänger vorgekommen. Erst später verstand David, dass Dons lockere Freundlichkeit manchmal ein Mittel gewesen sein musste, um Depressionen und Traurigkeit in Schach zu halten. Unter Dons oberflächlichem Charme, erkannte David später, steckte ein Geist, der sich Gedanken über die Bedeutung der Dinge machte. Es war ein Geist, der sich so sehr um den Sinn der Dinge sorgte wie der von David, aber möglicherweise freier und fähiger, nach Antworten zu suchen.

Sie aßen in Boston mit zwei Mädchen zu Abend, die Don kannte, aber David litt noch zu sehr unter Depressionen und einem umgekehrten Kulturschock, als dass er wirklich etwas hätte genießen können. Wahrscheinlich hatten Don und die anderen wegen ihm auch keinen großen Spaß. Don schien sich jedoch nicht an Davids Gemütszustand zu stören. Dons Fröhlichkeit — und sein Mitgefühl für David — schien grenzenlos zu sein.

Zurück in ihren Räumen im Adams House sprach Don an diesem Abend darüber, wie großartig das Wohnzimmer für Unterhaltung sei. „Es ist ein toller Ort im Winter“, sagte er zu David. „Letztes Jahr hatten wir viele Leute hier oben und haben ihnen manchmal im Kamin das Abendessen gekocht. Wir haben stundenlang vor dem Feuer gesessen und geredet. Das hat meistens ganz gut geklappt.“ „Bis einmal“, lachte er, „habe ich ein Mädchen aus Wellesley hierher gebracht und sie war unglücklich, weil wir nicht alle zum Abendessen ins Ritz in Boston gegangen sind.“ Er hielt wieder inne und lächelte nachdenklich. “Das war das letzte, was ich von ihr gesehen habe.”

“Ich glaube, es wird ein gutes Jahr”, sagte David und drehte sich um, um auf den Hof hinauszusehen.

(Fortsetzung folgt.)

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