A Novel of Harvard

15 December 2019

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über die Links auf der rechten Seite dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 2, Kapitel 11

„Um Freude an allem zu haben,
Begehre nichts,
Um alles zu besitzen,
Wünsche, nichts zu besitzen.”
–Der heilige Johannes vom Kreuz
Aufstieg auf den Berg Karmel

Die anderen Harvard-Studenten, mit denen David nach Afrika gekommen war, wollten Ende August nach Cambridge zurückkehren. Bevor sie gingen, kam der Projektberater Tom Stafford nach Dodoma, um ihn zu besuchen und sich zu verabschieden.

Es war das erste Mal, dass Tom diesen Teil des Landes besuchte, und er schien ein wenig schockiert darüber zu sein. Die halbtrockene Landschaft mit ihren subtilen, eindringlichen Farben schien Tom kein Ort unberührter Ruhe oder purer Schönheit zu sein. Es schien ihm nur eine einsame und verlassene Wildnis zu sein, in der Männer und Frauen wie verlorene Seelen über trostlose Aussichten wanderten, die aus Gestrüpp und welken Bäumen bestanden.

Er und David stiegen auf einen kleinen Berg am südlichen Rand von Dodoma. Am nahenden Abend fingen die Lichter in der Stadt unten gerade an zu leuchten, während ringsum die Dunkelheit aufkam. Sie hätten Besucher auf dem Mond gewesen sein können, die eine winzige Kolonie von Menschen in der Ferne beobachteten. Für David war die Stadt ein Symbol der Hoffnung, ein Zeichen der Unbezwingbarkeit des menschlichen Geistes. Für Tom war es eher ein Narrenschiff, das hoffnungslos gegen die tödlichen Schrecken der weiten Räume ankämpfte, die sich bis zum Horizont und darüber hinaus erstreckten.

„Wirst du hier nicht einsam sein?”, fragte Tom ihn, nachdem sie die Szene eine Zeit lang schweigend betrachtet hatten, wobei jeder von ihnen völlig unterschiedliche Gedanken hatte.

David war so überrascht von der Frage, dass er zuerst dachte, Tom mache Witze.

„Was meinst du?” sagte David mit einem Lachen.

Toms Gesichtsausdruck blieb ernst. „Aber sonst ist niemand hier. Du wirst ein Jahr lang allein sein.”

David lächelte. „Sonst niemand hier? Die Stadt ist voller Menschen; Die ganze Provinz ist voller Menschen.“

„Aber hast du viel mit ihnen gemeinsam?”

„Nun, ich glaube, ich habe ungefähr so viel mit diesen Leuten gemeinsam wie mit den Leuten, die ich in Harvard kannte.”

Tom sagte nichts und David begann sich ein wenig verärgert zu fühlen. „Schau mal, Tom”, sagte er leise, „mach dir keine Sorgen um mich. Mir geht es hier gut. Ich kann auf mich selbst aufpassen.”

Tom sagte immer noch nichts.

„Glaubst du nicht, wir sehen diesen Ort nur auf unterschiedliche Weise?“, fuhr David fort. „Du siehst Einsamkeit und Trostlosigkeit, ich sehe Ruhe – und auch eine Art Schönheit“.

„Das ist vielleicht wahr”, sagte Tom, als er über die Lichter der Stadt unter uns und auf den trüben Horizont dahinter blickte. „Ich meine, es ist wahr, dass wir das alles auf unterschiedliche Weise sehen, aber wer von uns hat recht?”

„Ich denke, worauf es ankommt“, sagte David, „ist das, was ich für richtig halte.“ Er schloss seine Jacke gegen die kühle Nachtluft. „Und ich glaube nicht, dass sich meine Sichtweise ändern wird.”

Tom sah ihn nachdenklich an. „Was ist, wenn es sich ändert?”

David erwiderte seinen Blick. „Wenn sich meine Einstellung ändert, kann ich jederzeit in die USA zurückkehren.”

(Fortsetzung folgt)

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