A Novel of Harvard

9 December 2018

Note: When I began writing what is in the end a very autobiographical novel, I thought it would be obvious that the story is being told by what is known technically as an “unreliable narrator.” I thought such a narrator would elicit more understanding of David, the story’s main character.

Unfortunately, I was wrong. It has not been obvious at all to many readers that the narrator is unreliable. They tend to identify the author with narrator. In fact, the author should be identified with David.

The narrator is meant to represent all those people whose views of David were misguided, obtuse, selfish, and ignorant.

The narrator can indeed be disliked and even despised because of the way he sees David, but the author does not see things the way the narrator does. The author did, however, once experience and think and see things as David does. In very many respects, in fact, this is still true.

I suppose a better writer would not have to explain all this.


(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)


(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)



Teil 1, Kapitel 24

„…welches…ihn aus den Toren des Gewordenen und Gegebenen ins abenteuerlich Ungewisse treibt…“.
–Thomas Mann
Joseph und seine Brüder

Aber jedes Gefühl von Freiheit oder Freude – egal aus welcher Quelle: seinen Universitätskursen, seinen Freunden, seinen Versuchen, gut zu sein – jedes Gefühl von Freiheit und Freude könnte durch ein Telefongespräch schnell gelöscht werden.

»Wie geht es dir?« Aus elfhundert Kilometern Entfernung schienen die Worte so intensiv zu sein, als wären sie aus einem Lautsprecher gekommen.

„Mir geht es gut, Mutter. Wie läuft es dort?”

„Oh, nicht schlecht.”

Dann Schweigen. Ein Signal an ihn zu fragen: “Was ist los?”

„Ich fühle mich einfach nicht so recht, das ist alles. Aber es ist nichts, worüber du dich Sorgen machen musst.“ Sie machte eine Pause, und als er nicht antwortete — konnte nicht antworten, denn dieses Gespräch war genau so wie viele andere, die sie in der Vergangenheit angefangen hatte — fuhr sie fort, „Deine Stiefvater hat mir einige Spritzen gegeben. Es ist ein neues Medikament, das sie als Heilmittel für solche Dinge ausprobieren.”

„Was meinst du damit, Mutter?”

„Oh, nichts. Niemand ist sicher. Ich will nicht ins Detail gehen, weil ich dich nicht beunruhigen möchte.“ „Es sind nur diese Klumpen. Ich hatte sie schon vorher.”

„Haben Sie eine Biopsie durchführen lassen?”

„Ja.”

„Und was war das Ergebnis?”

„Ich möchte jetzt nicht darüber sprechen. Ich habe gerade angerufen, um herauszufinden, ob du deine Flugreservierungen vorgenommen hast, um zu Weihnachten nach Hause zu kommen.”

Er fühlte sich plötzlich erschöpft und deprimiert. Er war so müde von dieser Art von Konversation. Es war so oft passiert. Es war weniger bedrückend wegen des Inhalts – schließlich war es schwer, immer wieder auf die wiederholten vagen Andeutungen von Krankheiten aufmerksam zu sein, die niemals Krankheiten waren. Das Gespräch war deprimierend, weil er vermutete, dass seine Mutter es deprimierend machen wollte. Es schien die einzige Möglichkeit zu sein, wie sie glaubte, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie war offenbar nicht in der Lage, mit ihm als erwachsenes menschliches Wesen zu kommunizieren. Sie konnte nur durch ihre Krankheiten – echt oder eingebildet – kommunizieren.

Es war fast so, als ob einer von ihnen – David oder seine Mutter – krank sein müsste, sonst wäre Kommunikation für seine Mutter unmöglich. Sie wusste, wenn sie krank war oder sich für krank hielt, könnte sie ihre Krankheit dazu nutzen, Davids Aufmerksamkeit zu erpressen. Andererseits, wenn er der Kranke wäre, wusste sie, dass sie seine Krankheit und Schwäche nutzen konnte, um ihr Gefühl der Herrschaft und Kontrolle zu steigern.

“Nun”, sagte sie, “hast du deine Reservierung vorgenommen?”

“Nein, das habe ich nicht.”

Stille. Und dann: „Warum nicht?”

„Keith hat mir noch keinen Scheck geschickt.”

„Nun, kaufe das Ticket und wir erstatten dir, wenn du nach Hause kommst.”

Er hatte das schon vorher gehört: Kaufe es, und wir werden es dir erstatten. Er wusste, wenn er das Ticket kaufte, würden sie einen Grund finden, ihn nicht dafür zu entschädigen. Es war alles schon so oft passiert. Der Preis des Tickets würde einen großen Teil des relativ geringen Geldbetrags kosten, den er für seine wöchentlichen Lebenskosten eingespart hatte. Er hatte es geschafft, diese Lebenskosten praktisch auf nichts dadurch zu reduzieren, dass er nie zu einem Date ausging, dass er nie neue Kleider kaufte und dass er fast nie Geld für irgendetwas ausgab. Es war nicht viel Geld, aber es war alles, was er im Sommer schmerzhaft gespart hatte, als er als Sanitäter in einem örtlichen Krankenhaus arbeitete. Er brauchte diese Einsparungen nicht nur als Taschengeld zu benutzen, sondern auch um Bücher zu kaufen. Er konnte keinen großen Teil dieses Geldes für ein Flugticket ausgeben, um an einen Ort zurückzukehren, wo er immer unglücklich war und wo er wusste, dass er wieder unglücklich sein würde.

Sein Stiefvater Keith war Arzt, und sein Einkommen war beträchtlich. Doch seiner Mutter zufolge hatte er gerade nicht die Zeit, David das Geld für den Rückflug zu schicken. Er würde ihn später erstatten, wenn er das Ticket gekauft hätte.

David wusste, dass er das Flugticket nicht kaufen würde. Er wusste, dass er an Weihnachten nicht nach Hause gehen könnte. Er könnte nicht durchmachen, was er schon so oft durchgemacht hatte: düstere, leere Tage in Michigan mit der stillen, grüblerischen Feindseligkeit seines Stiefvaters und den endlosen Klagen und Forderungen seiner armen Mutter und ihrem allgemein bizarren Verhalten.

Comments are closed.

Log in