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A Novel of Harvard

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16 September 2019

Note: The narrator of this story is sometimes not very reliable, particularly when he disparages the main character.

(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 2, Kapitel 07

„Ach! Jenes Land der Wonne,
Das seh ich oft im Traum….“
–Heinrich Heine
Lyrisches Intermezzo, XLIII

David beschloss, Harvard für ein Jahr zu verlassen und in Afrika zu bleiben. Sobald diese Entscheidung getroffen war, musste er jedoch Arbeit finden.

Er glaubte, in Dar es Salaam, der größten Stadt und dem größten Hafen von Tanganjika, eine Arbeit zu finden. Also nahm er im August den sehr langsamen, aber komfortablen Nachtzug nach Dar. Die Briten hatten dafür gesorgt, dass die East African Railways den Zügen in Großbritannien auf ihrem Höhepunkt entsprachen. Das Essen war ausgezeichnet und die Schlafabteile geräumig und komfortabel, mit sauberen, frischen Laken. Am Morgen wurde Tee von einem Portier in einer schicken weißen Uniform und einem roten Fes serviert.

David fühlte sich ein wenig schuldig, diese Art von Komfort zu genießen – die es nicht mehr gibt -, aber wie bei den meisten jugendlichen Idealisten wurden seine Ideale entweder vergessen oder beeinträchtigt, wenn er die Chance hatte, kein Opfer zu bringen.

Als ich jedoch an einem Augustmorgen am Bahnhof in Dar ankam, war die Situation ganz anders. Es gab keine Frage der Vermeidung eines Opfers, und seine Ideale in dieser Hinsicht konnten leicht verwirklicht werden. Das Wetter war heiß und dampfend. Gelegentlich gab es Regengüsse. Die physische Umgebung war karg und die Lebensbedingungen der meisten Afrikaner waren sehr schlecht. In Dar bestand, wie in den meisten großen Städten Afrikas und Asiens während der Kolonialzeit, ein extremer Kontrast zwischen europäischem Wohlstand und afrikanischer Armut.

Elend und Armut waren in jenen Tagen für David romantisch und farbenfroh, weil er jung und privilegiert war und sicher, dass er in Afrika so viel Gutes tat. Er schaute zum Beispiel mit kindlicher Verwunderung und Neugierde in die dunklen, überfüllten indischen Läden, in denen es immer nach seltsamen Gewürzen roch. Diese Handelszentren schienen immer von einem glatthaarigen Eigentümer geleitet zu werden, der seine Kinder in Gujarati anbellte, während seine pralle Frau, eingewickelt in einen Sari, schweigend die Eitelkeiten der Welt hinter einer Theke beobachtete, auf der sich alles türmte, von Stoffballen zu Blöcken von raffiniertem Zucker und glänzenden neuen Drucklampen.

Als er an einem solchen Ort war, wollte David jedes Detail dieser seltsamen, neuen Welt sehen und sich daran erinnern. Vielleicht wusste sogar er irgendwie, dass sich Dar es Salaam, wie alles andere, in ein paar Jahren, als die Kolonialreiche schließlich zu Ende gingen, in etwas anderes verwandeln würde.

(Fortsetzung folgt)

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