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A Novel of Harvard

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17 August 2018

Note: When I began writing what is in the end a very autobiographical novel, I thought it would be obvious that the story is being told by what is known technically as an “unreliable narrator.” I thought such a narrator would elicit more understanding of David, the story’s main character.

Unfortunately, I was wrong. It has not been obvious at all to many readers that the narrator is unreliable. They tend to identify the author with narrator. In fact, the author should be identified with David.

The narrator is meant to represent all those people whose views of David were misguided, obtuse, selfish, and ignorant.

The narrator can indeed be disliked and even despised because of the way he sees David, but the author does not see things the way the narrator does. The author did, however, once experience and think and see things as David does. In very many respects, in fact, this is still true.

I suppose a better writer would not have to explain all this.


(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)


(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)



Teil 1, Kapitel 21

“You needn’t be so scared. Love doesn’t end just because we don’t see each other.”
–Graham Greene
The End of the Affair

Als die Zeit in diesem ersten Jahr in Harvard verging, dachte David – oder wurde gezwungen zu denken – immer mehr über seine Eltern, besonders über die arme Frau, die seine Mutter war.

Oberflächlich betrachtet, schien sie allen ziemlich freundlich zu sein, aber für David hatte sie manchmal eine erschreckende Anzahl von verwirrenden, manchmal sogar bedrohlichen Eigenschaften. Während all dieser College-Jahre sah er etwas Schreckliches in ihr, etwas Zerstörendes, manchmal sogar Unheimliches. Er verband sie mit dem Beginn all seiner Gefühle von Unsicherheit und Unzulänglichkeit. Er hatte den Eindruck, dass das Letzte, was sie wollte, ein Sohn war, der zu einem starken, selbstbewussten jungen Mann heranwachsen würde. Wenn das passieren würde, müsste sie zugeben, dass sie ihn nicht mehr als Kind haben konnte und dass sie selbst alt wurde. Je jünger und abhängiger er blieb, desto jünger und stärker würde sie sein.

Am merkwürdigsten war vielleicht, dass die bizarre Konkurrenz, in die sie, als er noch ein Kind war, mit ihm zu treten schien, jetzt an Intensität gewann. Am merkwürdigsten war vielleicht, dass die bizarre Konkurrenz, in die sie, als er noch ein Kind war, mit ihm zu treten schien, jetzt an Intensität gewann. Er hätte schwören können, dass sie ihn mehr als je zuvor als Konkurrenten sah, nicht als Sohn.

Er konnte nicht verstehen, wie so etwas möglich ist, aber er konnte ihr Verhalten auf keine andere Weise erklären. Jeder Erfolg seinerseits, jede Errungenschaft von ihm, schien sie irgendwie zu bedrohen und ihr das Gefühl zu geben, sie müsse ihn mit der Tatsache beeindrucken, dass sie viel stärker, reicher, mächtiger, intelligenter und erfolgreicher war als er, oder als er jemals davon träumen konnte.

Ihr Bedürfnis, ihn vom Erwachsenwerden abzuhalten, und ihre zwanghafte Rivalität mit ihm ließen sie sich so benehmen, als müsse sie jede Gelegenheit nutzen, sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu untergraben. Nichts, was er jemals getan hatte oder nichts, was er jemals war, schien ihr gut genug zu sein. Sie verpasste nie eine Gelegenheit, ihn zu kritisieren, und sie bewunderte nie etwas, was er vollbrachte; eigentlich schien sie nie etwas zu genießen, was er vollbrachte. Wenn es jemals passierte, dass sie in der einen oder anderen seiner Leistungen nicht etwas finden konnte, das sie kritisieren konnte, ignorierte sie es einfach. Sie ignorierte auch jede Ausdruck der erwachsenen Männlichkeit und Kompetenz seinerseits.

Es war, als ob die arme Frau dachte, wenn sie jemals seine Reife und Stärke bestätigen würde, würde sie ihre eigene Position in der geschlossenen kleinen politischen Welt der von ihr geschaffenen Familie schwächen. In dieser kleinen Welt tat sie weiter so, als müsse sie ihn dazu bringen, den Wert von allem, was er war und was er tat, zu bezweifeln. Sie schien sich sicher zu sein, dass es für ihn, solange sie das tat, sehr schwer – wenn nicht sogar unmöglich – sein würde, von jedem anderen ein günstigeres Urteil über sich selbst zu akzeptieren. Sie hatte sich zur zentralen Figur in seinem Leben gemacht, so dass nur ihr Urteil wichtig war.

Viele Jahre lang hatte David versucht, die Worte und Handlungen seiner Mutter nicht wie beschrieben zu interpretieren. Wenn ihm eine solche Deutung einfallen würde, versuchte er sich einzureden, dass er übertrieben misstrauisch und düster war. Er fühlte sich schuldig, weil er dachte, dass seine eigene Mutter so viel zeigen könnte, was böse zu sein schien. Er fühlte sich auch schuldig, weil er glaubte, sie könnte ihm oder jedem so viel Schaden zufügen wollen.

Als er jedoch älter war und etwas Erfahrung der Welt gesammelt hatte, sah er deutlicher, dass sich das Verhalten seiner Mutter nicht von dem vieler anderer Menschen auf der Welt unterschied; er sah, welch monströse Ungerechtigkeiten und subtile Grausamkeiten, zu denen viele Menschen im gewöhnlichen Verlauf ihrer täglichen Angelegenheiten fähig waren. Als er schließlich die Naivität, die er in Harvard gezeigt hatte, hinter sich gelassen hatte, wusste er, dass diese dunkle Interpretation der Handlungen seiner Mutter leider die richtige war. Sie war malad in ihrem Geist, und das, wozu sie ihre Krankheit trieb, war, dass sie ihn völlig zerstören brauchte und wollte. Er erkannte, dass sie glaubte, sie könne ihn besitzen, indem sie ihn zerstörte, weil dann kein anderer ihn haben könnte.

Zunächst versuchte er natürlich, solche Ideen zu leugnen, aber je mehr er das tat, desto eindringlicher kamen sie ihm in den Sinn. Zu Beginn seiner Zeit in Harvard, wurde David so misstrauisch und fürchtete sich sogar vor seiner armen Mutter, dass ihr jedes Wort und jede Handlung für ihn zu einem kalkulierten Trick wurde, eine List, die ihn irgendwie dazu bringen sollte, irgendeinen großen Fehler zu machen. Er sah alles, was diese arme Frau tat, als eine Handlung, die darauf abzielte, ihn zu Fall zu bringen oder ihm eine Art endlose Unsicherheit zu anerziehen, damit er sich selbst im Umgang mit anderen Menschen unterschätzen würde.

Später, als er älter wurde, sah er, dass das vielen Söhnen in vielen anderen Familien passierte, und er erkannte, dass es an der Art, wie sich seine Mutter benahm, nichts besonders Ungewöhnliches gab. In den unglücklichsten Fällen, die er sah, verstanden die Söhne nicht einmal, was mit ihnen geschah, und er beneidete sie fast dafür. Er nahm an, dass es besser sein musste, die Lage nicht zu verstehen, da es wirklich fast nichts gab, was diese Söhne tun konnten, um ihre Situation zu ändern.

Wie so oft in solchen Situationen, noch bevor die Eltern sich scheiden ließen, war Davids Vater in psychologischer und emotionaler Hinsicht fast völlig abwesend. Davids Mutter hatte offenbar Davids Vater klar gemacht, dass er nicht gewollt war, und so neigte er dazu, immer mehr zu verschwinden.

Er war körperlich anwesend, aber David und sein Bruder wurden subtil ermutigt, ihn zu ignorieren. Weil das war, was ihre Mutter – die mächtigste Figur in der Umgebung – zu wollen schien, war es das, was sie bekam.

Am Ende, wie es sehr oft bei Menschen vorkommt, die egoistisch und manipulativ und psychisch krank sind, und weil Davids arme Mutter auch willensstark und herrschsüchtig war, schaffte sie buchstäblich und im übertragenen Sinne die Anwesenheit von Davids Vater aus der Familie, noch während diese Familie noch zusammenlebte.

David war seinem Vater kaum bewusst, als er aufwuchs.

Er hatte den Eindruck, dass seine Mutter sich in einem seltsamen Kampf gefangen sah, nicht nur mit ihm, David, sondern auch mit seinem Vater. In den frühen Stadien dieses Kampfes benutzte sie David und seinen Bruder als Verbündete. Es war ein Kampf, in dem sie immer morbide Angst zu haben schien, dass sein Vater – der mildeste und sanfteste aller Männer – sie irgendwie dominieren würde, und sie benutzte jede Waffe, die ihr einfiel, um ihn weiter zu schwächen.

Ihre Bemühungen waren von Erfolg gekrönt. Sie schaffte es, die grundlegenden Schwächen von Davids Vater auszunutzen und ihn zu einem äußerst unfähigen Mann zu machen, der durch das Leben außerhalb seines Hauses geschunden war und auch nicht in der Lage war, den psychologischen Angriffen seiner Frau zu widerstehen.

(Fortsetzung folgt.)

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