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A Novel of Harvard

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13 November 2019

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über die Links auf der rechten Seite dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 2, Kapitel 10

„Thérèse, beaucoup diront que tu n’existe pas. Mais je sais que tu existes, moi qui depuis des années, t’épie et souvent t’arrête au passage, te démasque….une créature plus odieuse encore que tous mes autres héros.”
–François Mauriac
Thérèse Desqueyroux

Wenn dieses Jahr in Afrika eine Unterbrechung in Davids Leben darstellte, war es nur eine Unterbrechung in dem Fluss des Unglücks, den er bis dahin geglaubt hatte, er könne nicht aufhören.

Natürlich gab es schwierige Momente in Afrika, aber es gab nicht die scheinbar grenzenlose Weite des Unglücks, die so viel von seinem Leben vorher geprägt hatte. Seine Mutter und sein Stiefvater waren eine halbe Welt entfernt, und obwohl ihre Briefe ihn erreichen konnten, konnten diese beiden Menschen selbst keinen so starken Einfluss haben wie zuvor. Ihre Briefe schienen Nachrichten aus einer anderen Welt zu sein, die an jemanden gerichtet waren, den er nicht mehr kannte.

Als David dieses Jahr in Afrika betrachtete, viele Jahre später, fragte er sich oft, wie sein Leben gewesen wäre, wenn er nicht ein Jahr in Africa geblieben wäre oder überhaupt nicht dorthin gegangen wäre. Hätte er einen gewöhnlichen Karriereweg eingeschlagen und wäre irgendwo Akademiker oder Bürokrat geworden? Er hätte das nur tun können, wenn er irgendwie gelernt hätte, um mit der störenden Einmischung seiner Eltern fertig zu werden, und er bezweifelte, dass dies möglich gewesen wäre.

Das neurotische Bedürfnis seiner armen Mutter nach Aufmerksamkeit zwang sie dazu, eine fast unendliche Anzahl von Wegen zu finden, um ihn dazu zu bringen, ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, nach der sie sich sehnte. Sie nährte sein Gefühl der Unsicherheit. Sie schickte ihm unerwarteten „Rechnungen,” die er bezahlen musste. Unter den anderen Wegen waren die lebenslangen, wiederholten Hinweise auf eine vage unheilbare Krankheit, die sie hatte. Es gab unendlich viele andere traurige Versuche, Davids Aufmerksamkeit auf sie zu lenken und von seinem Studium fernzuhalten. Zum Beispiel, gab es die ständigen Drohungen, die ohnehin schon geringen Geldbeträge, die seine Mutter und sein recht wohlhabender Stiefvater ihm gaben, zurückzuhalten oder zu verringern. (Diese kleinen Geldbeträge waren dazu bestimmt, das zu steigern, was er selbst verdienen konnte. Gleichzeitig musste er sich die ständigen Beschreibungen der Dinge anhören, die seine Mutter und sein Stiefvater für sich gekauft hatten: Das riesige neue Haus, das neue Auto, neue Möbel, teure Kleidung.)

Davids Mutter und Stiefvater war es egal, dass all das, was sie taten, seine Bemühungen beeinträchtigte, gute Noten zu bekommen und alle für seine Kurse erforderlichen Arbeiten zu erledigen. Das schien ihnen nicht wichtig zu sein. Wichtig war lediglich, seine Aufmerksamkeit auf beide — oder zumindest auf seine Mutter — und auf die dunkle kleine Welt zu lenken, in der seine tragische Mutter und sein Stiefvater lebten.

Was auch immer für eine andere Art von Unterbrechung Afrika in seinem Leben verursachte, es unterbrach zweifellos die Eingriffe in sein Leben, die seine Mutter und sein Stiefvater verursachten, in ihrer unheimlichen Welt. Wenn er in diesem Jahr nicht in Afrika geblieben wäre, wenn er stattdessen nach Harvard zurückgekehrt wäre, wäre er höchstwahrscheinlich nicht nur mit seinem Leben zu nichts gekommen, sondern auch unwiderruflich in die enge, erschreckende Welt seiner Eltern hineingezogen worden. Er wäre wahrscheinlich auch gezwungen gewesen, Harvard für immer aufzugeben.

(Fortsetzung folgt)

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