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A Novel of Harvard

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23 September 2021

(Bemerkung: Der Beginn einer deutschen Übersetzung des Romans, die lediglich als eine Art Sprachübung erfolgt, ist durch Auswahl des entsprechenden Links auf der rechten Seite verfügbar. Das Kapitel, das gerade übersetzt wird, befindet sich unten. Die gesamte englische Version des Buches ist über die Links am rechten Rand dieser Seite verfügbar.)

(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The entire English version of the book is available through the links on the right side of this page.)


Teil 3, Kapitel 6

“And what the dead had no speech for, when living,
They can tell you, being dead: the communication
Of the dead is tongued with fire beyond the language of the living.
Here, the intersection of the timeless moment
Is England and nowhere. Never and always.”
–T. S. Eliot

Four Quartets

“Und wofür die Toten keine Sprache hatten, als sie noch lebten,
Können sie dir sagen, wenn sie tot sind: Die Kommunikation
Der Toten ist mit einer Feuerzunge versehen, die die Sprache der Lebenden übersteigt.
Hier, der Schnittpunkt des zeitlosen Moments
Ist England und nirgendwo. Nie und immer.”
–T.S. Eliot

Vier Quartette

Im Alter von einundzwanzig Jahren war David wirklich zu naiv, um viel von Leiden zu verstehen. In Bezug auf das Leid, das seine Eltern ihm zuzufügen schienen, kam ihm nur eines in den Sinn: zu versuchen, einen Weg zu finden, ihnen zu widerstehen.

Das schien jedoch aussichtslos zu sein. Sie waren so mächtig. Er hatte das Gefühl, dass sie die vollständige Kontrolle über ihn hatten und ihn alles tun und fühlen lassen konnten, was sie wollten. Er dachte, er hätte keine andere Wahl, als sich ihnen und dem Leid, das sie ihm zufügten, zu beugen. Später wird er denken – und viele werden natürlich wieder sagen, dass das idiotisch war –, dass er hätte versuchen sollen, sich daran zu erinnern, dass das Leiden eine Quelle der Freude und der Kraft im traditionellen spirituellen Sinne sein kann. Für ihn war das einzige, was Leiden damals wirklich bedeutete, Depression und beinahe Verzweiflung.

Trotz seines Alters fühlte er sich mehr und mehr wie ein deprimierter Schuljunge. Immer wieder kam ihm die Frage in den Sinn: Wie konnte es sein, dass er nach allem, was er in Afrika getan hatte, nach allem, was er durchgemacht hatte, nur wieder unter die eiserne Kontrolle seiner armen Mutter geriet, während sein Stiefvater im Hintergrund knappe, drohende Anweisungen gab?

Er wusste einfach nicht, wie er sich aus einer solchen Situation befreien sollte. Er ahnte, dass er in den Augen seiner Mutter und seines Stiefvaters seit einem Jahr außer Kontrolle war und sie dafür sorgen mussten, dass so etwas nie wieder passieren würde.

So setzte sich die Abwärtsspirale fort: Je mehr er sich gefangen fühlte, desto deprimierter wurde er. Und je deprimierter er wurde, desto unmöglicher schien es, dass er sich jemals würde befreien können.

Wenn er jedoch nach vielen Jahren auf all das zurückblicken würde, würde ihn vor allem das Verhalten seiner Mutter und seines Stiefvaters in jenem Sommer verwundern. Er hatte nie andere Menschen manipulieren wollen, aber wegen seiner Mutter und seines Stiefvaters war er immer neugierig auf Menschen, die andere manipulieren. Er fragte sich, wie viel von ihrem Versuch, andere zu beeinflussen, bewusst ausgearbeitet ist, wie viel einfach das Ergebnis eines deformierten Instinkts ist und wie viel eine Art Zwang ist, angetrieben von ihrem eigenen Leid und ihren Gefühlen des Unglücklichseins.

Im Falle seiner Mutter und seines Stiefvaters musste er zugeben, dass eine Art von Intelligenz – bewusst, instinktiv oder anderweitig – am Werk war, als sie versuchten, das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl, das er in Afrika erworben hatte, zu zerstören. Sie machten ihn so unerbittlich und mit so viel Geschick fertig, dass er damals nicht verstand, was geschah. Er wusste nur, dass es ihm im Laufe dieses langen Sommers immer schwerer fiel, sich als Individuum wertvoll zu fühlen oder eine Existenz unabhängig von der zu führen, die seine Mutter und sein Stiefvater für ihn definiert hatten.

Sicherlich werden viele sagen — viele haben es bereits gesagt —, dass David sich das alles nur einbildete, dass diese Interpretation des Verhaltens seiner Eltern nur das Produkt seines eigenen kranken Geistes war. Er hätte gesagt, ja, vielleicht stimmt das, aber er hat nicht wirklich geglaubt, dass es stimmt. Es würde eine Zeit kommen, in der sogar die Leute in Harvard mit seiner Sichtweise des Verhaltens seiner Eltern übereinstimmen würden. Doch dann würde es zu spät sein.

Als er älter war, dachte David oft daran, dass diese beiden gequälten Menschen in dem Sommer nach Afrika kaum raffiniertere Mechanismen hätten anwenden können, als sie es taten, Mechanismen, die jede Spur von Reife und Selbstvertrauen, die er besaß, zerstörten. Sie zwangen ihn geradezu, zu Hause zu arbeiten, schlossen ihn in ihr Haus ein, das für ihn zu einer Erweiterung ihrer Persönlichkeit wurde. Das Haus bot darüber hinaus eine eigene Art von Isolation. Es befand sich in einem Vorort, war aber von einem Grundstück umgeben, das so angelegt war, dass man kein Nachbarhaus sehen konnte. Gleichzeitig gelang es ihnen auch, ihn von Freunden und Bekannten so abzuschneiden, dass ihm keine Bestätigung seiner Fähigkeiten und Leistungen möglich war. Als Erwachsener verstand er, dass all dies darauf hindeutete, dass diese beiden Menschen eine Art perverse Brillanz besaßen — und von ihr besessen waren.

Schon damals, als er die Wahrheit über seine Situation noch weitgehend verdrängt hatte, fragte er sich immer wieder vage, wie viel von dem Verhalten seiner armen Mutter eine unbewusste Folge ihrer besitzergreifenden Haltung war und wie viel bewusst geplant war. Wenn er überhaupt darüber nachdachte, kam er zu dem Schluss, dass wahrscheinlich beide Faktoren die Ursache für ihre Handlungen und ihren Geisteszustand waren. Auf jeden Fall war die Wirkung dessen, was sie — und Davids Stiefvater — taten, unerbittlich: Davids Stärke, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen wurden fast vollständig untergraben. Und doch konnte er sich der Wahrheit über seine Eltern nicht wirklich bewusst stellen. Das sollte erst später kommen. Während dieser Jahre gab er sich weiterhin weitgehend selbst die Schuld an seiner Situation. Er glaubte weiterhin, dass es seine eigene Schuld war, dass sein Leben eine Katastrophe zu sein schien. Er versuchte weiterhin zu glauben, dass seine Eltern nur sein Bestes im Sinn hatten.

Auch später im Leben glaubte er, sein Unglück und sein Elend letzten Endes nur auf sich selbst verschulden zu können. Er machte sich auch Vorwürfe, dass er zu viel Zeit damit verbrachte, sich selbst zu bemitleiden, anstatt zumindest verzweifelt das Wenige zu tun, was er hätte tun können, um seine Situation zu ändern und zu verbessern. In diesem Sommer verbrachte er übermäßig viel Zeit damit, sich an Afrika zu erinnern, sich daran zu erinnern, dass er in einem exotischen Teil der Welt als Bezirksbeamter gearbeitet hatte, eine für ihn aufregende, verantwortungsvolle und lohnende Arbeit gemacht hatte — und er erinnerte sich, dass er jetzt ein Nichts war.

(Fortsetzung folgt.)

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